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Neue OZ: Kommentar zu Gesundheit
Reformen
Ärztetag

Osnabrück (ots) - Ein Heimspiel

Für Philipp Rösler war der Auftritt beim Deutschen Ärztetag in Dresden ein Heimspiel. Kein Bundesgesundheitsminister ist in den vergangenen Jahrzehnten mit so viel Wohlwollen empfangen worden wie der junge FDP-Politiker. Die Mediziner fühlen sich von ihrem früheren Kollegen gut verstanden. Mit seiner Forderung nach höheren Honoraren für Patientengespräche und Hausbesuche hat Rösler vor allem bei den Allgemeinmedizinern offene Türen eingerannt. Das zeigte sich auch beim Beifall für seine Verbesserungsvorschläge zur Zulassung zum Medizinstudium und für den Kampf gegen ausufernde Bürokratie.

Für den Minister war es daher eine angenehme Pflicht, vor dem Parlament der Ärzte Dresden sprechen zu dürfen. Rösler muss allerdings aufpassen, in der Öffentlichkeit nicht vorrangig als Vertreter der Ärzte-Lobby wahrgenommen zu werden. Nicht überall erfährt der Minister so viel Wohlwollen. Zwar hat er hinsichtlich der von ihm geplanten Gesundheitsreform weiter Zuversicht verbreitet. Tatsächlich aber sind die Chancen für die Umsetzung des umstrittenen Prämienmodells gewaltig gesunken, nachdem Schwarz-Gelb bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen eine Niederlage erlitten hat. Das gilt ebenso, weil angesichts der angespannten Haushaltslage des Bundes derzeit das Geld für einen steuerfinanzierten Sozialausgleich fehlt.

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