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Neue OZ: Kommentar zu Google
China

    Osnabrück (ots) - Wandel ohne Wirkung

    Diesen Imagegewinn kann Google gut gebrauchen. Nachdem der oft als Datenkrake titulierte US-Konzern heftige Kritik unter anderem wegen seines Street-View-Dienstes einstecken musste, beschert ihm das Ende seiner Selbstzensur in China positive Schlagzeilen. Dabei darf aber nicht vergessen werden, dass sich der Suchmaschinenbetreiber mehrere Jahre lang zum Handlanger eines Regimes gemacht hat, das die Menschenrechte mit Füßen tritt. Die derzeit 72 in China inhaftierten Blogger und Internet-Dissidenten stellen nur die Spitze des Eisbergs dar.

    Dass bei Google nun ein Sinneswandel eingetreten ist, muss man loben, doch ändert das leider überhaupt nichts an der Situation in China. Mittels eines einzigartigen Filtersystems schottet Peking seine Bürger vor unliebsamen Informationen ab. Nicht von ungefähr erinnert der Begriff Große Firewall an die Chinesische Mauer, die das Land einst vor Angriffen von außen schützen sollte. Doch hier wird niemand geschützt, sondern ein Volk bevormundet. Da hilft es auch nicht, dass Google Suchanfragen an sein Portal in Hongkong weiterleitet. Die Zensur oder gar eine Blockade übernimmt dann eben - wie üblich - der Staat. Als Nutznießer steht einzig der chinesische Internetdienst Baidu bereit, der schon jetzt Marktführer ist und künftig noch besser an gefilterten Ergebnissen verdienen wird. Der Aktienkurs steigt bereits seit Wochen.

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