Neue Osnabrücker Zeitung

Neue OZ: Kommentar zu Verkehr
Deutsche Bahn
Sicherheit

    Osnabrück (ots) - Balsam für die Bahn

    Niemand möchte Opfer einer Gewalttat oder Pöbelei werden, auf Reisen nicht und auch sonst nicht. Darum klingt es zunächst gut, wenn die Bahn mehr und besser geschultes Sicherheitspersonal für Züge und Bahnhöfe ankündigt. Auf den zweiten Blick scheint das vollmundig gepriesene Konzept aber mehr Wohlfühl-Meldung als effektiver Verbesserungsvorstoß zu sein. Entscheidend beeinflussen können die 150 Zusatzleute die Sicherheitslage in den Ballungsräumen nämlich nicht - so wünschenswert das auch wäre. Die Bahn bemüht sich dennoch, den Plan als ganz großen Wurf darzustellen, nach dem Motto: Wir kümmern uns um unsere Kunden.

    Tatsächlich aber ist das Verhältnis zwischen Bahn und Kunden in jüngerer Zeit nicht das beste. Die Spitzelaffäre kratzte schwer am Ansehen des Unternehmens. Die Schneestürme des Winters legten nicht nur Hunderte Züge lahm, sondern auch die maroden Zustände der Flotte offen. Bahnchef Grube rang um Schadensbegrenzung - an den Zügen und am Image. Noch eisiger weht ihm der Wind bei seinem Prestigeprojekt "Stuttgart 21" entgegen. Der Milliarden-Ausbau des Stuttgarter Hauptbahnhofs steht heftig in der Kritik. Grube aber ignoriert alle Argumente der Gegner. Das neue Sicherheitskonzept hingegen kommt gut an. Das ist Balsam für die Bahn-Seele. Für ein langfristig besseres Image reicht das aber noch nicht.

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