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03.03.2010 – 22:01

Neue Osnabrücker Zeitung

Neue OZ: Kommentar zu Schulabgänger
Ausbildung

Osnabrück (ots)

Kein Patentrezept
Zweifellos trifft es zu, dass in Deutschland zu viele junge 
Menschen den Anforderungen der Berufswelt nicht gewachsen sind. Die 
Gründe dafür sind vielfältig. Sie reichen von zu geringen 
Bildungsausgaben über mangelnde Integration von Zuwanderern bis hin 
zum Sich-Einrichten in der Hartz-IV-Nische.
Ein Patentrezept kann es deshalb nicht geben, um die 
Ausbildungsreife von Lehrstellenbewerbern zu verbessern. Dazu bedarf 
es eines breiten Engagements. Es braucht Eltern, die den 
Leistungsgedanken und das kulturelle Umfeld in dieser Gesellschaft 
akzeptieren, Lehrer, die die Förderung der schwächsten Schüler als 
Gemeinschaftsaufgabe betrachten und sich nicht auf Kosten ihrer 
sozial engagierten Kollegen aus der Affäre ziehen. Auch gibt es zu 
wenige Ausbilder, die Bewerbern mit Handicaps überhaupt eine Chance 
geben - und sei es nur durch ein Praktikum. Die Schulabgänger selbst 
sind gefordert, ihr Anspruchsdenken dem eigenen Leistungsvermögen 
anzupassen. Denn der große Bogen, den sie um manch ehrbaren Beruf 
machen, ist angesichts der Realitäten des Arbeitsmarktes kaum 
nachzuvollziehen.
Die Politik muss all dies unterstützen. Wegen der Ebbe in den 
Länderhaushalten und sinkender Schülerzahlen mag es verlockend sein, 
die Zahl der Lehrerstellen zu verringern. Wegen des zuletzt 
vernichtenden Zeugnisses der OECD für die deutsche Bildungspolitik 
wäre das allerdings fatal.

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