Neue Osnabrücker Zeitung

Neue OZ: Kommentar zu Agrar
Milch

    Osnabrück (ots) - Nur ein Hoffnungsschimmer

    Die bevorstehende branchenweite Erhöhung der Butterpreise im Einzelhandel ist ein Hoffnungsschimmer für die Landwirte. Mehr aber auch nicht. Darauf deutet schon allein die offensive Preispolitik des Discounters Aldi in Sachen Milch hin: Ein Liter frische Vollmilch steht weiter für nur 48 Cent im Regal. Welcher Bauer soll davon leben können?

    Bevor die Verbraucher wegen höherer Butterpreise ein wie auch immer getextetes Klagelied anstimmen: Gejammer ist fehl am Platz. Geht man von einem Durchschnittsverbrauch von 6,5 Kilogramm Butter pro Kopf und Jahr aus, kommen auf jeden Einzelnen jährlich etwa fünf Euro Mehrkosten zu - so viel wie für zwei Tassen Cappuccino. Im Übrigen ziemt sich gerade für diejenigen das Meckern nicht, die in letzter Zeit lautstark Unterstützung für die Milchbauern angemahnt haben.

    Damit gelangt man allerdings zu einem wunden Punkt: Derzeit sucht man vergeblich eine Einheit unter den Milchbauern. Die Spaltung zwischen Milchbauernverband und Deutschem Bauernverband wird auch beim heutigen Milchgipfel offensichtlich werden. Wollen sie ihr - gemeinsames - Ziel stabiler Milchpreise erreichen, müssen sie erst einmal lernen zusammenzuhalten. Der reflexartige Ruf nach Beihilfen aus Brüssel klingt jedenfalls recht hilflos.

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