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Neue OZ: Kommentar zu USA
Obama

    Osnabrück (ots) - Viel Glanz, wenig Gloria

    Vom schönen Schein gab's reichlich: US-Präsident Barack Obama mit Angela Merkel im juwelengleißenden Grünen Gewölbe - einen prächtigeren Treffpunkt gibt es kaum, um Regierungsmacht sinnfällig zu machen.

    Die Dresdner Frauenkirche steht für totale Zerstörung, aber mindestens so sehr für deutsch-amerikanische Aussöhnung und Wiederaufbau. Ein strahlenderer Hintergrund lässt sich kaum denken, wenn der zu Hause nicht mehr ganz so umjubelte Obama über Amerikas und Deutschlands TV-Bildschirme flimmert. Symbolkraft pur steckt auch in der Präsidenten-Visite des früheren Konzentrationslagers Buchenwald. Das gehört zu Deutschlands finsterstem und mit US-Hilfe überwundenem Kapitel. Obamas Großonkel kam 1945 als bewaffneter Befreier nach Buchenwald. Dieses Ausnutzen von Gesten, Bildern, Symbolik ist seit jeher fester Teil von Politik. Und keineswegs ein schlechter, solange darüber nicht in Vergessenheit gerät, wie es steht um die Substanz des Politischen.

    Die Strahlkraft der deutsch-amerikanischen Beziehungen hält sich derzeit jedenfalls in Grenzen. In der G8 wie in der NATO, in Afghanistan, aber auch an Obamas Reisezielen ist das Schwinden der Bedeutung Deutschlands offenkundig. So sehr der wahlkämpfenden Kanzlerin das Sonnenbad in Obamas Popularität gegönnt sei - dagegen muss sie endlich mehr tun, als sympathisch mitzulächeln.

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