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Neue OZ: Kommentar zu Konjunktur
Prognose
Bundesregierung

    Osnabrück (ots) - Segen und Problem

    Deutschland hat ein besonderes Problem: die große Abhängigkeit von den Ausfuhren. Solange die Weltkonjunktur brummte, erwies sich der hohe Exportanteil als Segen. Auf stolze 994 Milliarden Euro summierte sich im vergangenen Jahr der Wert der ausgeführten Waren und Dienstleistungen; das waren mehr als 40 Prozent der Wirtschaftsleistung. Doch jetzt, da sich die Hiobsbotschaften von den internationalen Märkten häufen, offenbart die Globalisierung ihre Kehrseite. Und aus dem Profiteur Deutschland wird ein Staat, der von der internationalen Krise stärker als andere betroffen ist.

    Schon im nächsten Jahr eine Rückkehr in die Wachstumszone vorherzusagen erscheint vor diesem Hintergrund gewagt. Denn auf die Weltwirtschaft mit ihren derzeit gigantischen Problemen hat die Bundesrepublik nur minimalen Einfluss. Und die inländische Nachfrage kann die starken Einbußen beim Export trotz aller Konjunkturprogramme nicht ausgleichen.

    Die Bundesregierung wird sich deshalb noch lange im Krisenmanagement üben müssen. Allerdings sollte sie die Schwerpunkte verlagern. Nach der Rettung von Banken und Versicherungen wird es höchste Zeit, Schutzschirme auch über die Sozialversicherungen zu spannen. Angesichts stark steigender Arbeitslosenzahlen sind sie wichtiger denn je.

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