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Neue OZ: Kommentar zu Obama
Irak

    Osnabrück (ots) - US-Präsident zeigt Verantwortung

    Kritik von den eigenen Demokraten, Lob von den Republikanern: US-Präsident Obama hatte im Wahlkampf einen schnellen Abzug der Truppen innerhalb von 16 Monaten versprochen. Jetzt setzt er in Wahrheit fort, womit er vorgab, brechen zu wollen: die Irak-Strategie von Bush.

    Denn der nun beschlossene Abzugsplan ist kein Ausdruck von Wandel, sondern von Kontinuität. Er deckt sich stark mit dem irakisch-amerikanischen Abkommen vom August 2008.

    Obama will nun rund 90000 Soldaten bis Mitte 2010 abziehen - und etwa 50000 weitere bis Ende 2011 dort belassen. Ein schöner schneller Abzug ist das, wird mancher Demokrat fluchen: Denn somit verbleiben im Irak so viele Einsatzkräfte, wie derzeit die NATO Soldaten in Afghanistan hat.

    Die Ähnlichkeit der Obama-Pläne mit denen seines Amtsvorgängers ist aber nicht verwunderlich, da die Autoren dieselben sind: Obama ließ sowohl Bushs Verteidigungsminister Gates als auch den Oberbefehlshaber für die Region, General Petraeus, auf ihren Posten. Eine ungewöhnliche, aber kluge Entscheidung. Denn ein Scheitern in Bagdad kann sich weder Obama noch die übrige Welt leisten - ein interpretiertes Wahlversprechen dagegen schon. Der Präsident hat, trotz der Enttäuschung einiger seiner Fans, gestern viel Verantwortungsbewusstsein gezeigt.

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