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22.03.2005 – 19:14

Westdeutsche Allgemeine Zeitung

WAZ: Viele Geschäfte in den Revierstädten stehen leer: Altes Zentrum - Leitartikel von Ulf Meinke

    Essen (ots)

Es sind alarmierende Zahlen. Wieder ist von Quoten die Rede, die hoch sind und deshalb etwas Bedrohliches ausstrahlen, einer Krise statistische Genauigkeit verleihen. Diesmal geht es nur indirekt um das Thema Arbeitslosigkeit, das einem in den Sinn kommen mag, wenn zugleich von Stichworten wie „Stadt” und „Ruhrgebiet” die Rede ist. Diesmal geht es um die vielen verwaisten Geschäfte in den Innenstädten des Reviers, die der Handelsverband BAG mit Leerstandsquoten dokumentiert: 21 Prozent der Handelsflächen in Castrop-Rauxel bleiben demnach ungenutzt. Oberhausen erreicht eine Quote von 14 Prozent. Die Innenstadt ist das Herz einer Kommune. Die City pumpt Leben in die gesamte Stadt, sie ist ihr pulsierender Mittelpunkt. Krankt das Herz, droht der Gemeinde der Infarkt. Die Einzelhändler in den Stadtzentren schaffen im besten Fall Jobs, sie ziehen Einwohner ebenso an wie Kaufkraft. Die City ist Spiegelbild der wirtschaftlichen Situation einer Kommune insgesamt. Eine verödete Innenstadt ist immer ein Symbol für den Niedergang einer Gemeinde. So gut bekannt das Problem Leerstand ist, so schwer ist es auch zu lösen. Die Suche nach Schuldigen jedenfalls hilft nicht weiter. Soll man einen Bürgermeister anklagen, der ein prestigeförderndes Einkaufsprojekt in seiner Stadt umsetzen will? Darf man einem Kunden vorwerfen, wenn er möglichst nah an der Ladenkasse parken will und deshalb auf die so genannte grüne Wiese ausweicht? Ist es verwerflich, wenn ein Einzelhändler seine Kunden außerhalb der Innenstadt sucht? Im Einzelhandel findet jeden Tag eine Abstimmung mit den Füßen statt. Wer die Innenstadt zum Magneten machen will, muss also die Kunden überzeugen - mit guter Gastronomie, gelungenen Kulturveranstaltungen, bezahlbaren Parkplätzen. Es hilft nichts, über die Konkurrenz auf der grünen Wiese zu jammern. Es gilt, ein altes Zentrum charmanter zu machen als eine neue Mitte.

Rückfragen bitte an:

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Telefon: (0201) 804-0
Email: zentralredaktion@waz.de

    Essen Es sind alarmierende Zahlen. Wieder ist von Quoten die Rede, die hoch sind und deshalb etwas Bedrohliches ausstrahlen, einer Krise statistische Genauigkeit verleihen. Diesmal geht es nur indirekt um das Thema Arbeitslosigkeit, das einem in den Sinn kommen mag, wenn zugleich von Stichworten wie „Stadt” und „Ruhrgebiet” die Rede ist. Diesmal geht es um die vielen verwaisten Geschäfte in den Innenstädten des Reviers, die der Handelsverband BAG mit Leerstandsquoten dokumentiert: 21 Prozent der Handelsflächen in Castrop-Rauxel bleiben demnach ungenutzt. Oberhausen erreicht eine Quote von 14 Prozent. Die Innenstadt ist das Herz einer Kommune. Die City pumpt Leben in die gesamte Stadt, sie ist ihr pulsierender Mittelpunkt. Krankt das Herz, droht der Gemeinde der Infarkt. Die Einzelhändler in den Stadtzentren schaffen im besten Fall Jobs, sie ziehen Einwohner ebenso an wie Kaufkraft. Die City ist Spiegelbild der wirtschaftlichen Situation einer Kommune insgesamt. Eine verödete Innenstadt ist immer ein Symbol für den Niedergang einer Gemeinde. So gut bekannt das Problem Leerstand ist, so schwer ist es auch zu lösen. Die Suche nach Schuldigen jedenfalls hilft nicht weiter. Soll man einen Bürgermeister anklagen, der ein prestigeförderndes Einkaufsprojekt in seiner Stadt umsetzen will? Darf man einem Kunden vorwerfen, wenn er möglichst nah an der Ladenkasse parken will und deshalb auf die so genannte grüne Wiese ausweicht? Ist es verwerflich, wenn ein Einzelhändler seine Kunden außerhalb der Innenstadt sucht? Im Einzelhandel findet jeden Tag eine Abstimmung mit den Füßen statt. Wer die Innenstadt zum Magneten machen will, muss also die Kunden überzeugen - mit guter Gastronomie, gelungenen Kulturveranstaltungen, bezahlbaren Parkplätzen. Es hilft nichts, über die Konkurrenz auf der grünen Wiese zu jammern. Es gilt, ein altes Zentrum charmanter zu machen als eine neue Mitte.

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