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WAZ: Ja zum Fach Wirtschaft - Kommentar von Tobias Blasius zu Schwarz-Gelb in NRW

Essen (ots) - Ein neues Schulfach "Wirtschaft" wirkt auf den ersten Blick schwer vereinbar mit dem vielbeschworenen Ziel, die Stundenpläne zu entrümpeln. Doch bei näherer Betrachtung scheint es jede Mühe wert, im Zweifel lieber bei weniger lebensnahen Unterrichtsstoffen Platz zu schaffen für eine ökonomische Grundbildung.

Bislang zerfasert "Wirtschaft" in Erdkunde, Sozialkunde oder Politik. Ein eigenständiges Fach böte die Chance, frühzeitig in betriebliche Zusammenhänge einzutauchen. Am besten im praxisnahen Austausch mit Managern, die von Chance und Scheitern berichten können. Ob von der Schulbank aus damit gleich Unternehmer-Biografien kreiert werden, wie es sich künftigen Koalitionäre von CDU und FDP für einen neuen nordrhein-westfälischen "Gründergeist" wünschen, kann man bezweifeln.

Die Rahmenbedingungen von Angebot, Nachfrage oder Geldkreisläufen systematisch zu erlernen, macht jedoch in keinem Fall dümmer. Und sei es nur aus der Verbraucher-Perspektive: Wer Handy-Verträge abschließt oder Verbraucherkredite gegenzeichnet, sollte die Schule mit einer grundlegenden ökonomischen Orientierung verlassen haben.

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