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WAZ: Gabriel hat Wort gehalten - Kommentar von Stefan Schulte zur Tengelmann-Rettung

Essen (ots) - Warum aus dem Kauf der vergleichsweise kleinen Supermarktkette durch den Branchenprimus ein Übernahme-Drama wurde; warum die mächtigen Handelsbosse erst den Basta-Altkanzler brauchten, um einen doch so naheliegenden Kompromiss zu schmieden; warum viele Tausend Menschen eine zweijährige Zerreißprobe ihrer Nerven über sich ergehen lassen mussten - das alles wird den Beschäftigten ab sofort herzlich egal sein. Letztlich lag Gabriel mit seiner vor Wochen etwas voreilig klingenden Weihnachtsbotschaft an die Mitarbeiter, sie könnten sorgenfrei feiern, richtig. Das ist es, was am Ende zählt.

In neuem Licht erscheint auch die Frage, ob Politik derart in marktwirtschaftliche Vorgänge eingreifen darf, wie es Gabriel getan hat. Seine Ministererlaubnis war aus Wettbewerbsgründen zu recht umstritten. Dieses Instrument muss die Ausnahme bleiben und darf niemals zur Profilierung des Amtsträgers missbraucht werden. Im Fall Tengelmann drohten Tausende Arbeitsplätze aber nicht der reinen Marktlehre zum Opfer zu fallen, sondern dem Stolz dreier Alphatiere. Wenn Politik eingreifen darf, dann in einem solchen Fall.

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