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WAZ: Versagen auf ganzer Linie - Kommentar von Michael Kohlstadt zur Kinderarmut

Essen (ots) - Es sind bittere Erkenntnisse für unsere Wohlstandsgesellschaft. Und es ist das Versagen einer Politik, die seit Jahren keine Lösung findet für das Problem. Ein Versagen auf ganzer Linie: Fast zwei Millionen Kinder in Deutschland leben in Familien, die auf staatliche Unterstützung angewiesen sind. Mehr als ein Viertel dieser Kinder und Jugendlichen wächst in NRW heran. Im Ruhrgebiet erreicht die Armutsquote ein Maß, das man nur noch erschreckend nennen kann.

Man kann die Augen davor nicht mehr verschließen: Kinderarmut ist im reichsten EU-Mitgliedsland ein Massenphänomen geworden. Jedenfalls jene Form der Armut, die man relativ nennt. Die aber dazu führen kann, dass sich Kinder ausgegrenzt fühlen. Verhungern muss im Sozialstaat niemand. Dennoch: Die viertstärkste Volkswirtschaft der Welt fährt den meisten anderen Industriestaaten seit Jahren davon. Deutschland legt respekteinflößende ökonomische Schlagzahlen vor. Das selbe Land aber ist nicht in der Lage, wenigstens einen Teil seiner betroffenen Kinder aus der Armutsspirale herauszuholen. Im Gegenteil: Die Quote steigt just in jenem Zeitraum, in dem eine wirtschaftliche Erfolgsmeldung die andere jagt. Was läuft hier bloß schief?

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