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WAZ: Kinderwunsch und Kindeswohl. Kommentar von Britta Heidemann zur Vierlingsmutter

Essen (ots) - Annegret R. liebt Kinder, sie liebt alle ihre Kinder, davon müssen wir ausgehen. Sie liebt Kinder so sehr, dass sie im Rentenalter Vierlinge zur Welt bringen will. Dürfen wir die Frage stellen, ob diese Kinderliebe den Kindern - gut tut? Annegret R. hat sich offenbar bewusst dafür entschieden, gleich vier Eizellen einsetzen zu lassen: um ihre Chancen auf weitere Mutterschaft zu erhöhen. Vier Embryos im Bauch, das bedeutet höchstes medizinisches Risiko. Schon bei deutlich jüngeren Müttern. Die Norm in Deutschland sind, aus gutem Grund, zwei Eizellen. Erlaubt sind maximal drei. Wenn alles gut geht, und das ist Annegret R. doch zu wünschen: dann ist sie 83 Jahre alt, wenn ihre Kinder Abitur machen, flügge werden. Hätte sie ihre Kinder adoptieren wollen, es wäre ihr aus Altersgründen verweigert worden. Eltern (auch Väter!) sollten sich die Frage stellen, ob sie ihren Kindern im allzu hohen Alter noch gerecht werden, sie begleiten und schützen können. Mag heute vieles medizinisch machbar sein: Das Kindswohl darf - bitte! - doch nie zum Laborversuch verkommen.

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