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WAZ: Der Mindestlohn wirkt trotzdem - Kommentar von Sven Frohwein zum Mindestlohn

Essen (ots) - Ausgerechnet das zur Bundesagentur für Arbeit gehörende Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung hat in einer Studie nachgewiesen, dass der am 1. Januar eingeführte Mindestlohn weit weniger Beschäftigte erreicht als bislang angenommen. Damit weicht die Untersuchung deutlich von früheren Erhebungen ab, die das Institut noch vor Einführung der Lohnuntergrenze veröffentlicht hat.

Warum das so ist? Weil die Studie zum einen all jene Beschäftigte ausklammert, für die Ausnahmen vom Mindestlohn gelten. Und weil viele Betriebe in Erwartung der neuen Lohnuntergrenze bereits im Vorfeld Gehälter angehoben haben. Trotzdem zeigt die Erhebung, dass der Mindestlohn genau dort wirkt, wo er den Beschäftigten am meisten hilft. In Deutschlands Osten und in Branchen, die bislang nur Hungerlöhne gezahlt haben: im Gastgewerbe, in der Logistik sowie in der Lebensmittelindustrie.

Kritiker fürchten nun, dass dort viele Jobs verloren gehen. In der Masse werden solche Anpassungsreaktionen allerdings weit weniger schlimm ausfallen. Garantiert.

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