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WAZ: Neue Einsichten in die Gewaltszene - Kommentar von Dietmar Seher

Essen (ots) - Die Szene rechtsextremer Gewalttäter ist viele Jahre nicht ernst genommen worden. Die unentschuldbar verzögerte Aufklärung der zehn Morde des NSU ist nur ein Baustein der Verfehlungen. Oft waren es Gerichte bis hin zum Bundesgerichtshof, die Brandanschläge gegen Asylbewerber-Heime als Taten fehlgeleiteter Minderjähriger beurteilt haben - und die damit falsche Signale zunächst in die Szene, dann aber schließlich auch an die Ermittler gaben.

Das ändert sich gerade. Dass Ermittlungen einer sehr hohen Zahl unaufgeklärter Tötungsdelikte, Brandanschläge und Banküberfälle neu aufgerollt werden, ist nicht politische Beruhigung. Es ist die Einsicht in eine neue Gefährdung durch Hasskriminelle und die Notwendigkeit, deren Wurzeln freizulegen: Welche Rechtsterroristen sind heute noch unterwegs, die durch unerkannte Straftaten in den letzten zwanzig Jahren Schuld auf sich luden?

Dass sich deren Aggressivität gegen die ganze Gesellschaft richtet, zeigen die Daten über die neonazistischen Angriffe auf Polizei und Justiz nur zu gut.

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