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WAZ: Eine Illusion auf der Insel D-Land - Kommentar von Thomas Wels

Essen (ots) - Ein Neustart der Energiewende dank einer grundlegenden Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes - so schön kann die Welt mit Berliner Brille aussehen. Grundlegend ist an der Reform nichts. Sie ist der Versuch, an einigen Ecken den Wildwuchs zurückzuschneiden. Was bleibt, ist eine 24 Milliarden Euro schwere Umverteilungsmaschine, die am laufenden Band Widersprüchlichkeiten ausspuckt und ungelöste Probleme produziert.

Schön, dass wir schon 24 Prozent der Stromerzeugung aus Erneuerbaren beziehen; unschön, dass auf Jahrzehnte hinaus Schattenkraftwerke auf Basis von Kohle oder Gas bestehen müssen für den Fall, dass die Sonne nicht scheint und der Wind nicht bläst. Prima, wenn Norddeutschland zu bestimmten Zeiten jede Menge Windenergie erzeugt; schade, dass davon in Ermangelung der Leitungen nichts ankommt in Bayern. Toll, dass dank der Zuwächse der Erneuerbaren der Börsenpreis sinkt; ärgerlich, wenn die Rechnung für die Verbraucher steigt, weil die die Differenz zum Garantiepreis der Erneuerbaren zahlen.

Wenigstens ist das EEG gut fürs Klima? Eine Illusion auf der Insel D-Land, weil in Europa der Kohlendioxidausstoß gedeckelt ist. Was wir an CO2 sparen, verbrauchen andere.

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