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WAZ: Vereine - alles andere als spießig. Kommentar von Dietmar Seher

Essen (ots) - Vereinsmeier. Das ist fast ein Schimpfwort. Es klingt nach Bierkonsum und Stammtisch. Vereinsmeier sind langweilig, spießig, "typisch deutsch". Lange mag das so gewesen sein. Heute können wir die Einschätzungen als Vorurteil abhaken. Vereine bringen jetzt das Verantwortungsbewusstsein zurück, das in einem Zeitalter des Individualismus fehlte. Wer heute Vereinsmitglied wird, hat oft einen politischen Anspruch und vor allem inhaltlich wie zeitlich klare Ziele: Eltern stützen in Fördervereinen die Arbeit der Schulen. Lokale Umweltschützer organisieren sich, um Lärm und Abgase an der Durchfahrtsstraße zu verringern. Gemeinnützige Stiftungen, von denen jährlich zwischen 600 und 1200 neu entstehen, verfügen über 100 Milliarden Euro Kapital. Das Rote Kreuz hat 400000 fördernde Mitglieder weniger als vor Jahren. Doch als in der Juni-Flut in Ostdeutschland 20000 Feldbetten aufgestellt werden mussten, reisten Helfer an, selbst organisiert über Facebook. Das DRK managte ihren Einsatz. Was wollen wir mehr?

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