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WAZ: Ein großer Papst. Kommentar von Angelika Wölk

Essen (ots) - Selten hört die Kirche auf das, was das Kirchenvolk sagt. Doch jetzt, bei Johannes Paul II., war es anders. Diesmal hat ein Papst, Benedikt XVI., eine Bitte aus der Menge befolgt: "Santo Subito" (heilig, sofort) hatten Hunderttausende Pilger gefordert, als Johannes Paul II. 2005 starb. Seine Seligsprechung - in Rekordzeit - ist Voraussetzung für eine Heiligsprechung. Eine prompte Antwort auf Volkes Stimme. Doch diese Seligsprechung traf nicht nur einen überaus beliebten Papst. Johannes Paul war auch ein außergewöhnlicher, einer der großen Päpste.

Dass er auch viele Kritiker hat, ändert daran nichts. Sein autoritärer Stil, seine restriktive Sexualmoral, seine Härte gegenüber Neuerern in der Kirche; und auch die jüngsten Vorwürfe, er habe beim Thema sexueller Missbrauch durch Geistliche nicht immer mit der nötigen Härte durchgegriffen - berechtigte Einwände. Aber Selige - das waren zu Lebzeiten Menschen mit Makeln und Fehlern, keine unfehlbaren Idealgestalten, nicht einmal, wenn sie Päpste waren.

Unter ihnen jedoch war Johannes Paul einer, der die Kirche und die Welt veränderte. Ein Seliger unter den Katholiken, ein Großer unter den Päpsten.

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