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WAZ: Veranstaltungen außer Kontrolle. Kommentar von Thomas Mader

Essen (ots) - Der Vergleich der überrannten DSDS-Autogrammstunde im Centro mit der Loveparade liegt nahe. In beiden Fällen waren die Wege zu klein, die Sicherheitskräfte überfordert, geriet die Lage außer Kontrolle - hier glimpflich, dort tragisch. Doch der Vergleich hinkt.

Bei der Loveparade, so viel ist klar, hantierten die Verantwortlichen mit gefälschten Besucherzahlen. Die Wirklichkeit wurde dem schlimmen Sicherheitskonzept angepasst. Im Centro, so viel muss man zugestehen, war der Ansturm von 18 000 Fans kaum vorhersehbar.

Natürlich verblüfft es, dass eine Retorten-Veranstaltung in der x-ten Staffel solch eine Masse anzieht. Aber heute wirken eben die Medien und soziale Netzwerke als Verstärker - und jederzeit kann es zu unkontrollierbaren Rückkopplungen kommen. Erst vor wenigen Tagen hatten sich 20 000 Gäste zur Geburtstagsparty der 15-jährigen Jess Cooper aus Sydney angemeldet. Sie hatte auf Facebook eingeladen.

Der Hype ist nicht immer planbar, selbst für die Hype-Profis von RTL. Die Staatsanwälte untersuchen nun, wo die Versäumnisse in Oberhausen lagen. Aber klar ist jetzt schon: Um Veranstaltungen sicherer zu machen, benötigt man eine bessere Kommunikation für Notfälle, besser geschultes Sicherheitspersonal und vor allem: die klare Vorgabe, im Zweifel frühzeitig abzubrechen.

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