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WAZ: Spott und Sehnsucht - Kommentar von Miguel Sanches

Essen (ots) - Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Warum sollte es Karl-Theodor zu Guttenberg anders ergehen als anderen Menschen? Zum politischen Aschermittwoch gehört nun mal der Spott, und dass die Opposition über den "Lügenbaron" (SPD) herziehen würde, war klar. Der Aschermittwoch ändert sich. Jahrzehntelang ließ man die tollen Tage politisch ausklingen. Gestern war er arm an Pointen, zu nüchtern, markierte bloß die Rückkehr des Wahlkampfs. A bisserl langweilig war es. Zumindest die CDU geht die nächsten Wo-chen beschwert an. Es lässt sich kaum kalkulieren, ob die Guttenberg-Affäre ihr schadet oder nützt. Auch Guttenbergs Partei, die CSU, geht nicht in Sack und Asche. Umgekehrt war ihre Kundgebung keine Gedenkfeier für ihn, wiewohl es medial so rüberkommen mag. Die Rede von CSU-Chef Seehofer war wohl austariert. Er brauchte über eine Stunde, um auf den Ex-Minister zu kommen. Es gab wohl Vordringliches, von Erdogan bis zur Hartz-Reform. Alle Sehnsucht nach "KT" sollte über eines nicht hinwegtäuschen: Das Leben im Freistaat geht weiter, und Horst Seehofer ist ein Günstling.

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