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WAZ: Merkels Machtwort. Kommentar von Walter Bau

Essen (ots) - Ausgerechnet Angela Merkel. Jene Frau, die sich von Helmut Kohls belächeltem "Mädchen" mühsam zur ersten Frau an der Spitze einer Bundesregierung durchkämpfen und durchbeißen musste - gegen den erbitterten Widerstand einer verschworenen Männer-Riege. Ausgerechnet die Bundeskanzlerin also verkündet nun: Eine gesetzliche Frauenquote in der Wirtschaft werde es mit ihr nicht geben.

Das mag wie ein Widerspruch klingen. Doch hätte einer Angela Merkel eine Frauenquote bei ihrem politischen Aufstieg geholfen? Das erscheint zumindest fraglich. Merkel hat stattdessen durch Geduld, Beharrlichkeit und kluges Handeln im entscheidenden Moment ihre Karriere selbst in die Hand genommen.

Wenn Frauen in den Chefetagen der deutschen Unternehmen nach wie vor die Ausnahme bilden, dann hat dies natürlich nichts damit zu tun, dass Männer klüger oder besser geeignet wären. Es hat sich in den Konzernführungen schlicht noch nicht herumgesprochen, dass Frauen nicht nur ebenso qualifiziert sind, sondern im Zweifelsfall noch zusätzliche Kompetenzen in den Job einbringen.

Trotzdem: Die Auswahl des Personals in Unternehmen ist nicht Sache des Staates. Die Wirtschaft muss den Mangel erst selbst als solchen erkennen. Und künftig mehr weibliche Führungskräfte ausbilden.

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