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WAZ: In die Arme von Kraft - Kommentar von Rolf Potthoff

Essen (ots) - Vorbei sind die auf gegenseitiger Abneigung beruhenden Attacken von Liberalen und Grünen. Vergessen alle Schwüre, nur mit der CDU zu koalieren. Die FDP erfindet sich neu - für Minderheitsregierungs-Chefin Kraft wie ein Geschenk. Gesetzt den Fall, die NRW-FDP machte Ernst mit ihrer Öffnung Richtung Rot-Grün: Dann verlören die gerade in NRW unkalkulierbaren Linken ihr Gewicht als Mehrheitsbeschaffer für Rot-Grün. Mit anderen Worten: Krafts Risikoregierung würde endlich solide, würde stabil. Auch machtstrategisch hätte Krafts SPD zur Freude allen Grund. Mit Blick auf die Landtagswahl 2015 ergäben sich mit Grünen und FDP breitestmögliche Bündnisoptionen. Das ist für eine weiter von Erosion bedrohte Volkspartei beruhigend. Die CDU aber muss um einen bisher sicher geglaubten Koalitionspartner bangen. Und nicht zuletzt ergeben sich interessante Aussichten für anstehende Wahlen und erst recht für den Bund. Nicht zum ersten Mal würde in NRW die Weiche für Bundes-Koalitionen gestellt. Dass aber in der FDP jäh eine nostalgische Liebe zu goldenen sozialliberalen Zeiten erwacht, ist nicht zu vermuten. Sie wird vom dramatischen Popularitätsverfall getrieben und der Gewissheit, an Bedeutung zu verlieren. Also biedert sie sich an. Aber was soll's, wenn es stabilen Verhältnissen nützt.

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