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WAZ: Aufwachen in Ruhr.2011 - Kommentar von Jens Dirksen

Essen (ots) - Nein, ein einziger Rausch ist das Jahr der Kulturhauptstadt im Ruhrgebiet nun doch nicht gewesen. Und das ist auch gut so. Es gäbe ja nur einen dicken Kater im nächsten Jahr. Gut, wir werden es ab morgen ein bisschen vermissen, dass Fritz Pleitgens sonore Stimme das Hohe Lied auf unsere Einzigartigkeit anstimmt. Manche vermissen noch mehr die Mallorca-Massen, die jetzt leider doch nicht nach Castrop-Rauxel strömen, ja nicht einmal zur wundervollen Rheinelbe-Himmelsleiter nach Gelsenkirchen. Aber sie könnten genausogut heilfroh sein, nicht dauernd als pittoreske Eingeborene für Erinnerungsfotos aus der "Cool Ruhr"-Hauptstadt herumstehen zu müssen. Freuen wir uns stattdessen darauf, den meistgehassten Satz zwischen Hamm und Moers ein bisschen weniger oft zu hören - und irgendwann sagt bestimmt kein einziger Besucher mehr "Ui, das ist aber grün hier!" Wir können nicht nur Kultur, wir können sogar Klima - Ruhr.2010 war schließlich auch eine große Maschine, die viel Wind gemacht hat. Freuen wir uns, wenn wir 2011 möglichst wenig auf Autobahnen herumstehen müssen. Und vielleicht auch auf ein Jahr voller bunter Alltagskultur, wie sie uns ans Herz gewachsen ist, zwischen Bude und Ballett, zwischen Stadttheater und Stadion.

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