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WAZ: Der letzte Diktator - Kommentar von Stefan Scholl

Essen (ots) - Alexander Lukaschenko feierte den Wahlsieg in Weißrussland auf seine Art. Hunderte Oppositionelle ließ er festnehmen, Dutzende zusammenschlagen und gratuliert seinen Kettenhunden vom KGB: Das Volk dürfe sich freuen, solch zuverlässige Beschützer zu haben. Er ist ein Zyniker, der seinen Titel als "letzter Diktator" Europas verdient. Den Beinamen trägt er seit den 90er-Jahren. In der postsowjetischen Nachbarschaft gibt es diverse Staatschefs, die ihm diesen Titel streitig machen könnten. Da ist Russlands starker Mann Wladimir Putin. Den betrachten zwar die Fachleute Schröder und Berlusconi als "lupenreinen" Demokraten. Aber auch hier werden Oppositionelle festgenommen und verprügelt, werden Wahlen getürkt. Dann gibt es Georgiens Michail Saakaschwili, zusammen mit Russland besitzt das Land die vollsten Gefängnisse Europas. Seine Schläger verprügeln Oppositionelle erst, wenn die nach der Demo allein nach Hause gehen. Und da wäre noch der Ukrainer Viktor Janukowitsch, bei sich bemüht, Staatsanwaltschaft, Polizei und auch das Parlament gleichzuschalten. Es ist ein weiter Weg zur Demokratie in Europa. Nicht nur in Weißrussland.

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