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WAZ: Wahnsinn auf der Straße. Kommentar von Dietmar Seher

Essen (ots) - Kennen Sie diese Beklommenheit in der Baustelle? Zwei enge Spuren. Links die Leitplanke. Rechts der Schwerlaster. Und der Gedanke: Bleib' ja drüben! Es ist der alltägliche Wahnsinn im Zeitalter der immer reparaturanfälligeren Autobahnen. Wir Pkw-Lenker lernen: Lkw machen Stress. Der Report des Bundesamtes für Güterverkehr (BAG) öffnet uns die Augen für einen etwas anderen Blickwinkel.

Auch Lkw-Fahrer stehen unter Strom. Termindichte heizt ihnen ein. Es gibt Non-Stop-Routen durch Europa. Mangelnder Schlaf macht sie unaufmerksam. Manchmal ist da Überforderung, weil die moderne Logistik Fachleute am Steuer braucht, keine Angelernten. Darf das so sein? Autofahren ist heute sicher wie nie. Autos sind technisch besser drauf. Es gibt Airbags. Pkw-Insassen schnallen sich an. Bilder aus der Langzeit-Baustelle Kamener Kreuz, die wir alle kennen, sind das Alternativprogramm zur heilen Welt: Ungebremst zerquetscht der 25-Tonner den abbremsenden Kleinwagen. Die Insassen? Chancenlos.

Unfallszenen wie diese rufen nach technisch und rechtlich machbaren Veränderungen. Nach der Pflicht, Notbremssysteme einzubauen und Spurhalteassistenten. Nach der Haftung der Spediteure, wenn die Fahrer Vorschriften missachten. Denn zu oft passiert das unter Druck. Siehe BAG-Report.

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