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WAZ: Krisengewinnerin Deutsche Bank - - Kommentar von Thomas Wels

    Essen (ots) - Zunächst einmal ist es gewiss ein Grund zur Freude, wenn eine Bank ordentlich durch die Krise kommt und wieder gut verdient - selbst, wenn es sich dabei um das liebste Feindbild vieler Deutscher handelt. Besser, die Deutsche Bank macht Gewinn als Verlust. Zumal Josef Ackermann das Institut solide und ohne Staatshilfe durch schwere See steuert. Das Wohlergehen der mit Abstand größten deutschen Bank ist wichtig für das Wohlergehen von weiten Teilen der deutschen Wirtschaft. Kritikwürdig allerdings ist zweierlei: Wenn es richtig ist, dass etwa die Hälfte des schönen Gewinns von fünf Milliarden Euro dem Geschäft mit der Finanzierung staatlicher Konjunkturprogramme für die Krisenbewältigung zu verdanken ist, dann ist die Dividendenerhöhung zumindest fragwürdig. Und man wüsste schon gerne, ob die Bank an einzelne Investmentstars hohe zweistellige Millionenzahlungen an Boni ausgekehrt hat. Die statistische Durchschnittszahl von 147.000 Euro Jahresverdienst je Mitarbeiter für das abgelaufene Jahr lässt das vermuten. Immerhin hat Ackermann für die Zukunft das Bezahlsystem zu Lasten der Boni geändert. Und das ist gut so.

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