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WAZ: CDU-Klausurtagung - Machtinstinkt - Leitartikel von Miguel Sanches

    Essen (ots) - Die CDU führt die Debatte über ihre Zukunft als Volkspartei zur richtigen Zeit, nämlich aus der Macht und aus einer Position der Stärke heraus. Ihr Überlebensinstinkt ist intakt. Das Gegenbeispiel ist die SPD, die alle Warnschüsse überhört und erst abgewählt werden musste. Der Gefühlshaushalt der CDU ist durcheinander, und ihre konservativen Stammwähler fühlen sich manchmal verloren. So lange rechts von de Union keine smarte Figur wie Haider, kein Volkstribun wie Lafontaine auftaucht, kann CDU-Chefin Merkel es sich leisten, nicht jede Stimmung zu "bedienen". Merkel will alle erreichen, die Wähler der FDP, der Grünen, nicht zuletzt der SPD. Das fordert Integrationskraft, und vielleicht überfordert es die Union auch. Aber es ist einen Versuch wert, gerade in NRW. Der entscheidende Grund für die Unruhe der erfolgsorientierten Partei ist allerdings, dass "ihre" Regierung keine gute Figur macht. Zerstrittenheit wie in der Steuerdebatte ist keine Werbung in eigener Sache. Schwarz-Gelb muss ein einfaches Prinzip beherzigen: Sagen, was man denkt - tun, was man sagt. Wer Steuersenkungen verspricht, aber selbst nicht daran glaubt, macht sich unmöglich. Das ist keine Frage des Gefühlshaushalts, sondern der Glaubwürdigkeit.

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