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WAZ: Ungeschriebene Gesetze. Kommentar von Ralf Birkhan

    Essen (ots) - Boxer haben auf dieser Welt immer wieder mal  mit Gefängnissen zu tun gehabt. So hat der frühere Schwergewichts-Weltmeister Mike Tyson eine langjährige Haftstrafe verbüßt. Ex-Champion Graciano Rocchigiani kennt den Knast ebenfalls von innen, und auch Halbschwergewichts-Weltmeister Jürgen Brähmer hat bereits eine jahrelange Strafe abgebrummt.

    Während das Image des bösen Buben im Ring sogar verkaufsfördernd wirkt, kann es für den Menschen dahinter schnell in einer Tragödie enden. Sollte Brähmer erneut ins Gefängnis müssen, steht er vor den Trümmern seiner Karriere. Ob er es in anderthalb Jahren noch einmal zurück an die Spitze  schaffen würde, ist offen.

    Aber keine Frage, wenn er schuldig ist, spielt sein Beruf keine Rolle und der Richter muss ihn verurteilen wie jeden anderen auch. Doch der Prozess wirft Fragen auf und lässt zweifeln.

    Natürlich, Brähmer ist auf der Straße mehr als einmal die Faust ausgerutscht. Er hat die Fehler zugegeben und hat dafür bezahlt. Und natürlich gehört es in der Box-Szene dazu, sein Recht manchmal mit Härte zu verteidigen. Doch in dieser Szene ist es ebenfalls ein ungeschriebenes Gesetz, Frauen nicht zu schlagen. Genau das soll Brähmer aber getan haben. Er bestreitet das. Die Urteilsverkündung am Dienstag wird spannend.

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