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WAZ: Urteil in Dresden - Gerechter Ausgang. Kommentar von Ulrich Schilling-Strack

    Essen (ots) - Alex W. hat die Höchststrafe bekommen. Lebenslänglich mit besonderer Schwere der Schuld - mehr sieht das deutsche Strafrecht nicht vor. Der Mörder von Marwa al-Sherbini wird viele Jahre hinter Gittern sitzen. In Ägypten, wo das Interesse an diesem Prozess besonders groß war, wird das Urteil mit Beifall begrüßt. Das war zu erwarten. Auf die Rechtsfindung hat das keinen Einfluss ausgeübt. Ob politische Verwicklungen, gar eine weitere Verschlechterung der belasteten Beziehungen zur islamischen Welt drohten, durfte keine Rolle spielen. Der Fall Alex W. wurde behandelt, wie es in einem Rechtsstaat üblich ist. Man hat die Fakten abgewogen, Aussagen geprüft, ein kriminalpsychologisches Gutachten erstellt, um die Schuldfähigkeit des Angeklagten zu überprüfen. Allein die vergleichsweise kurze Frist zwischen Tat und Prozess verrät, dass es hier um mehr als ein gewöhnliches Tötungsdelikt ging. Dass es keine Beschwerden, gar Vorwürfe gegen die Prozessführung gab, zeigt auch, dass in diesem besonders sensiblen Fall von einer souveränen Richterin mit großer Sorgfalt gearbeitet worden ist. Trotz des enormen Drucks, der auf allen Beteiligten lastete.

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