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Lausitzer Rundschau: Langer Bremsweg Bund und Länder wollen Schulden begrenzen

Cottbus (ots)

Die deutsche Finanzlage ist niederschmetternd: Vor
50.Jahren lag der Schuldenstand von Bund, Länder und Gemeinden noch 
bei umgerechnet 28.Milliarden Euro. Heute sind daraus bereits über 
1500.Milliarden Euro geworden. Dass es so nicht weitergehen kann, 
haben Politiker aller Couleur immer wieder feierlich versprochen - 
und dann doch weiter munter Steuergeld ausgegeben. Umso erstaunlicher
mutet es an, dass Bund und Länder nun ausgerechnet in der schlimmsten
wirtschaftlichen Krise seit Bestehen der Bundesrepublik eine 
fundamentale Wende planen. Das ist mutig, sagen die einen. Völlig 
absurd, kontern die anderen. Die Wahrheit ist schlichter: Union und 
SPD suchen mit ihrer verabredeten Schuldenbremse einem weit 
verbreiteten Unbehagen in der Bevölkerung zu begegnen. Um die 
Rezession zu zügeln und das Bankenwesen zu stabilisieren, wirft der 
Staat derart mit Milliarden um sich, dass es vielen Leuten regelrecht
schwindlig wird. Ein Staatsbankrott galt bislang als völlig abwegig. 
Aber mittlerweile werden ja auch Banken verstaatlicht. Wer mag da 
noch an alte Gewissheiten glauben?
Vor diesem Hintergrund hat die Föderalismuskommission von Bund und 
Ländern einen kräftigen Bedeutungsschub erfahren. Was dort jetzt in 
einer Grundsatzverabredung auf dem Tisch liegt, ist sicher nicht 
euphorisierend. Aber ein Fortschritt gegenüber den bisherigen 
Verfahren zur Schuldenbegrenzung ist das Vorhaben zweifellos. Zumal 
es Bund und Länder gleichermaßen einbindet. Wäre die anfängliche 
Minimal-Lösung wahr geworden, wonach nur der Bund mit gutem Beispiel 
vorangeht, hätten sich die Länder praktisch sogar noch mehr 
verschulden können. Dabei ist es am Ende vollkommen egal, welche 
öffentliche Hand die Kredite aufgenommen hat. Spätere Generationen 
müssen für sie allesamt geradestehen. Zu Recht haben die reicheren 
Bundesländer darauf gepocht, nur Geld locker zu machen, wenn sich die
ärmeren zu strengster Haushaltsdisziplin verpflichten. Gelingt das 
nicht, können die Beihilfen auch gestrichen werden. Das berühmte Fass
ohne Boden hätte damit ausgedient. Die großen Verlierer sind 
allerdings jene Länder, die es aus eigener Kraft geschafft haben, 
ihre Etats zu sanieren. Dazu gehören Brandenburg und 
Mecklenburg-Vorpommern. Kein Wunder, dass die Schuldenbremse dort auf
Zurückhaltung stößt. Schließlich muss man sie nun mitfinanzieren.
Natürlich, auch das beste Regelwerk hilft nicht, wenn der feste Wille
fehlt, es in der Praxis durchzusetzen. Und bei den noch 
auszuarbeitenden Paragraphen steckt der Teufel ohnehin im Detail. Ein
Scheitern kann sich die Föderalismuskommission allerdings nicht mehr 
leisten. Dazu ist man schon zu weit über den eigenen Schatten 
gesprungen. Die Schuldenbremse wird kommen, auch wenn der Bremsweg 
unbefriedigend lang ist.

Pressekontakt:

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Telefon: 0355/481231
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