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WAZ: Koalitionsverhandlungen beginnen - Wann denn, wenn nicht jetzt? Kommentar von Wilhelm Klümper

Essen (ots)

Sind jetzt Visionäre an der Macht? "Wir müssen mehr
über Ziele reden. Auf den Wegen dorthin finden sowieso die 
tagesüblichen Kämpfe statt, die uns am Weitblick zu hindern 
versuchen." Das hat Merkel Anfang 2009 Vor- und Querdenkern gesagt, 
die sie mit der Bitte geladen hatte, für sie mal weit über den 
Tellerrand zu schauen. Auch Westerwelle will langfristig Zukunft 
gestalten. In Essen zeigte er sich Anfang September als Politiker, 
der sich nicht damit abfinden möchte, "dass sich Politik nur als 
bloßes Krisenmanagement für die kommenden zwei oder drei Jahre 
versteht". Jetzt wiederholte er die Forderung, Perspektiven zu 
entwickeln, wie wir in einer globalisierten Welt in 20, 30 Jahren 
leben wollen.
Ab heute sitzen Merkel und Westerwelle zusammen, um eine 
Koalition zu zimmern. Der Wähler hat beiden mit satter Mehrheit die 
Wunschkoalition beschert. Doch statt Aufbruchstimmung und dem 
gemeinsamen Entwerfen vorwärtstreibender Ideen herrscht zwischen 
Union und FDP ein Klima des Misstrauens und des Kleinmuts.
Wann denn, wenn nicht jetzt könnten Merkel und Westerwelle das 
Fundament für die Zukunftssicherung legen? Wir brauchen eine 
Bildungsoffensive und gegen die Überalterung eine kluge 
Einwanderungspolitik. Steuerreform, Alterssicherung, Ökologie im 
Einklang mit Industriepolitik, solides Gesundheitssystem, Abbau der 
Staatsverschuldung, innere Sicherheit und die Frage, wie wir es mit 
unseren Militäreinsätzen halten, sind weitere zukunftsträchtige 
Felder. Und wie wäre es, wenn Merkel und Westerwelle nicht nur 
altgediente Parteisoldaten zu Ministern machten? Querdenker könnten 
im Kabinett kreative Unruhe stiften. Damit die Zukunftsgestaltung 
unseres Landes im täglichen Klein-Klein nicht vergessen wird.

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Telefon: 0201 / 804-6528
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