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WAZ: 40 Jahre Woodstock - Blumenkinder. Kommentar von Christopher Onkelbach

    Essen (ots) - Von Woodstock blieb nicht viel mehr als ein vage formuliertes Versprechen, dass man den Lauf der Welt ändern kann, dass sich die Vision von Frieden und Liebe leben ließ - und sei es nur für einen Sommer. Allmählich, doch unwiderstehlich entstand vor 40 Jahren ein beinahe weltumspannendes Wir-Gefühl der Jugend, das es so später nie wieder gab. "Woodstock Nation" nannte sich die Generation, die nicht nur jene umfasste, die dabei gewesen waren, sondern alle, die sich zugehörig fühlten. Woodstock war etwas anderes als die 68er-Bewegung, die vor allem in Deutschland und Frankreich dogmatische Züge annahm. Woodstock war romantisch, naiv und unpolitisch in dem Sinne, als diese Friedfertigkeit wiederum politisch war in Zeiten von Rassenunruhen, Vietnamkrieg und den Morden an Martin Luther King und Kennedy. Wie radikal dieser Gegenentwurf war, lässt sich daran ermessen, was diese Blumenkinder alles nicht sein wollten: stark, erfolgreich, hierarchisch, konform, uniformiert, kriegerisch. Der Fantasie sollte die Macht gehören. Indem sie auf Distanz gingen zu den Autoritäten, bewirkten sie am Ende doch die sanfte Erneuerung und Veränderung der Gesellschaft.

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