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WAZ: Essen gegen das Revier - Kommentar von Thomas Mader

    Essen (ots) - Ein gelungener Einstand sieht anders aus. Franz-Josef Britz will Oberbürgermeister von Essen werden und hat schon in seiner Bewerbungsrede vor der lokalen CDU "außenpolitisches" Porzellan zerschlagen. Von Führungsanspruch redete der Kandidat - und vor allem von der Ansiedlung von Unternehmen. Essen wolle Ruhrhauptstadt werden. Essen für das Ruhrgebiet - so hat der Rest sich das gerade nicht vorgestellt.

      Nun ist Essen natürlich mit Dortmund die größte Stadt. Und es ist
schade, dass man davon oft nicht viel merkt. So wollte Britz sich
auch vom blassen Amtsinhaber Wolfgang Reiniger (CDU) abgrenzen.
Gleichwohl muss sein neuer Kirchturm erschrecken. Das gemeinsame
Gewerbeflächenmanagement (bei dem nicht mal alle Städte mitmachen)
wurde mühsam ausgehandelt - und kann doch nur ein Anfang sein auf dem
Weg zum, ja: Standort Ruhr.

      Britz bekam stehend Applaus - und wurde zum Kandidaten gekürt.
Bleibt zu hoffen, dass die Wähler unterscheiden können zwischen
Lokalpatriotismus und Lokalprotektionismus. Denn der führt zu nichts.

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