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WAZ: Mit den Füßen abgestimmt - Kommentar von Stefan Schulte

    Essen (ots) - Die Zeiten, da jeder Vorort sein Karstadt hatte, sind lange vorbei. Das große Kaufhaussterben begann in den 80er Jahren und ist längst nicht beendet. Jede einzelne Schließung ist bitter: für den Stadtteil, die häufig älteren Stammkunden, vor allem aber für die Beschäftigten. Denn sie sind die einzigen, die nichts dafür können. Sie versuchen, mittelmäßige Ware zu mittleren Preisen zu verkaufen. Doch die Leute kaufen derzeit lieber ganz billig oder ganz teuer. Eine Tragödie im klassischen Sinne ist das Kaufhaussterben aber nicht, denn sie zeichnet aus, dass nichts und niemand sie verhindern kann. Hätten genügend Kunden die Warenhäuser besucht, würden sie nicht dichtgemacht. Wenn die Bevölkerung eines Vororts oder einer Mittelstadt sie in der Masse nicht mehr annimmt, kann sie schlecht ihre Schließung beklagen. Die meisten wollen nicht mehr alles in einem Laden finden, sondern alles unter einem Dach in vielen schicken Läden. Das Einkaufszentrum hat sich durchgesetzt. Nicht weil böse Manager gern Kaufhäuser schließen, sondern weil wir Verbraucher mit den Füßen so abstimmt haben.

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