Westdeutsche Allgemeine Zeitung

WAZ: Das Gift der Prognosen - Kommentar von Stefan Schulte

    Essen (ots) - Ludwig Erhard hätte seine Probleme gehabt mit dieser Flut an Konjunktur-Prognosen, zumindest mit so schlechten wie dieser Tage. Denn wenn, wie Erhard sagte, die Wirtschaft zur Hälfte aus Psychologie besteht, erfüllen sich negative Prognosen ganz von selbst. Ein erwarteter Abschwung ist schwer abzuwenden: Verbraucher sparen, Geschäftsleute bestellen weniger, es werden weniger Waren produziert, Arbeitskräfte abgebaut, Löhne fallen. Natürlich gibt es noch die andere Hälfte: Fakten wie etwa sinkende Aufträge. Doch was zuerst da war, ist wie die Frage nach dem Huhn und dem Ei. So ist zum Beispiel der Rückgang der Schiffsfracht zwischen Asien und Europa ein harter Indikator, den die Forscher berücksichtigen müssen. Andererseits ist dies schon eine Folge des Pessismismus im Handel, der weniger ordert. Wer von der Euphorie guter Prognosen profitieren will, muss damit leben. Allerdings lagen die Forscher selten so weit auseinander: Von beginnender Rezession bis zwei Prozent Wachstum schwanken ihre Vorhersagen. Nur finden düstere Aussichten mehr Gehör.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 / 804-2727
zentralredaktion@waz.de

Original-Content von: Westdeutsche Allgemeine Zeitung, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Westdeutsche Allgemeine Zeitung

Das könnte Sie auch interessieren: