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WAZ: Union sagt Gesine Schwan ab - Unsouverän - Leitartikel von Norbert Robers

    Essen (ots) - Die Union verzichtet auf ein Gespräch mit Gesine Schwan, der SPD-Kandidatin für das Amt des Bundespräsidenten. Das ist ihr gutes Recht - aber es ist vor allem ein Zeugnis von mangelnder Souveränität.   CDU und CSU setzen auf die Wiederwahl von Horst Köhler. Aber was spricht dagegen, sich gerade deswegen mit der als scharfsinnig und streitbar bekannten Bewerberin auseinanderzusetzen? Schwan ist eine bekennende Katholikin und Anti-Kommunistin - Einstellungen, die der Union durchaus sympathisch sein sollten. Die Abfuhr nährt vielmehr den Verdacht, dass die Union sich der Wiederwahl Köhlers keineswegs sicher ist und deshalb bewusst auf Distanz zu Schwan bleibt. Zur Erinnerung: Als die Professorin 2004 gegen Horst Köhler unterlag, holte sie bereits mindestens zehn Stimmen aus dem Lager von Union und FDP. Horst Köhler ist zudem der Union in den vergangenen Jahren häufig in die parteipolitische Parade gefahren. Käme ein mutmaßlich souverän-sympathischer Auftritt Schwans vor der Union hinzu - die CDU hätte mehr Mühe als befürchtet, mögliche Umfaller zu disziplinieren.

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