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WAZ: Becks Distanz zur Agenda 2010: Verschenkt - Kommentar von Stefan Schulte

    Essen (ots) - Kurt Beck hat sein Credo längst ausformuliert mit dem schönen Satz: "Immer mal langsam mit de Leut." Als müsste er seine Behäbigkeit noch unter Beweis stellen, legt er nun nach. Beck mag nicht stolz sein auf Schröders Agenda 2010. Das muss er auch nicht. Für den Chef einer angeschlagenen Partei wäre es aber gar nicht so dumm, etwas selbstbewusster aufzutreten. Natürlich hat die Agenda das sozialdemokratische Herz durchtrieben. Jedem Reformkritiker wird daher die Sympathie eines gewissen Teils der Basis zufliegen. Aber wenn es je einen Zeitpunkt gegeben hat, die unpopuläre Regierungsarbeit in etwas helleres Licht zu tauchen, dann doch wohl den Höhepunkt dieses Aufschwungs. Es ist ja nicht so, dass Müntefering & Co einfach ein herzloses "Weiter so" predigen. Sie folgen einer politischen Logik, die zwingender nicht sein könnte: Ob die Agenda nun den Aufschwung gebracht hat oder nicht - die SPD m u s s ihn für sich reklamieren, soll der ganze Reform-Ärger nicht umsonst gewesen sein. Beck aber lässt diese Chance links liegen und schenkt den schönen Aufschwung der Kanzlerin.

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