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WAZ: Das Schicksal der Kinder - Kommentar von Stefan Wette

    Essen (ots) - Der Aufschrei bleibt aus. Kein Außenstehender kann im Fall Pascal behaupten, er kenne die Wahrheit. 148 Verhandlungstage, 400 Zeugen, zuletzt zwölf Angeklagte: Zu vielfältig war die Beweisaufnahme, als dass wirklich Kritik am Urteil des Saarbrücker Landgerichts laut werden dürfte.

      Und dennoch ruft das Urteil Unbehagen hervor. Denn der
Vorsitzende betont, wie stark der Verdacht gegen die Angeklagten
immer noch sei. Und das trotz der Unschuldsvermutung, die für die
Freigesprochenen jetzt erst recht gilt. Dabei hätte doch die
Feststellung gereicht, dass das Gericht Zweifel an der Schuld der
Angeklagten hatte und deshalb freisprach. Offenbar gab es
Unstimmigkeiten in der Kammer. Zwei Stimmen der insgesamt fünf
Richter reichen aus für einen Freispruch. Aber selbst wenn die
Revision der Staatsanwaltschaft zu einem erneuten Verfahren führt:
Acht Jahre lägen dann seit der Tat zurück, wenn ein anderes Gericht
in diesem Milieu die Wahrheit sucht. Es wird nur schwieriger.

      So wie im Fall der verschwundenen Madeleine in Portugal zeigt
auch der Saarbrücker Fall, dass das Schicksal der Kinder uns erreicht
und tief bewegt. Wir sollten uns daran im Alltag erinnern.

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