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Märkische Oderzeitung: zu Weißrussland

    Frankfurt/Oder (ots) - Nicht wie sonst nur der Europarat und die OSZE, sondern die Außenminister aller 25 EU-Staaten haben diesmal die Wahl als Farce verurteilt. Das war auch das Mindeste, was man erwarten durfte, nachdem der Diktator zuletzt immer dreister agierte. Der Westen schwieg bisher nicht nur, um Moskau nicht zu verprellen. Sondern auch, weil in Minsk kaum jemand zu erkennen war, der stark und mutig genug gewesen wäre, um Lukaschenko zu widerstehen. Das aber - und dies ist das Gute an der jüngsten Entwicklung - kann jetzt nicht mehr gelten. Fast ein Viertel der Weißrussen sehen in dem Physikprofessor Alexander Milinkewitsch einen Hoffnungsträger. Und es war ein Erfolg, dass Lukaschenko sich am Wahl¬abend diesmal nicht getraute, die Demon¬stranten auseinanderzuprügeln, die gegen das gefälschte Ergebnis auf die Straße gingen. Freilich würde der Diktator dies sofort nachholen, wenn er verspürte, dass ihm das Ausland nicht mehr auf die Finger schaut. Deshalb darf Europa Lukaschenko jetzt keine Ruhe mehr lassen. Und man muss auch in Moskau auf eine veränderte Haltung drängen.

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