''Selbstverständlich Selbstmedikation'' in Stuttgart: Mehr Eigenverantwortung im Gesundheitswesen
Berlin (ots)
Auftakt für die Entwicklung eines Aktionsplans zur Stärkung der Selbstmedikation in Baden-Württemberg
Wie kann Selbstmedikation dazu beitragen, Menschen im Alltag zu unterstützen, Arztpraxen zu entlasten und das Gesundheitswesen resilienter zu machen? Diese Fragen stand im Mittelpunkt der Veranstaltung "Selbstverständlich Selbstmedikation", zu dem der Landesverband Baden-Württemberg von Pharma Deutschland gemeinsam mit der MEDIVERBUND AG eingeladen hatte. Mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Ärzteschaft, Apotheken, Krankenkassen und Pharmaindustrie wurden die Chancen und Voraussetzungen für mehr gesundheitliche Eigenverantwortung intensiv diskutiert. Ziel war es, den Startpunkt für einen Aktionsplan für mehr Selbstmedikation in Baden-Württemberg zu setzen.
Dr. Traugott Ullrich, Vorstandsvorsitzender des Landesverbandes Baden-Württemberg Pharma Deutschland, betonte die Vorteile einer verantwortungsvollen, heilberuflich begleiteten Selbstmedikation bei leichten Erkrankungen. Patientinnen und Patienten können gesundheitliche Beschwerden niedrigschwellig behandeln oder ihnen vorbeugen. Apotheken übernehmen eine wichtige Funktion bei Beratung und Orientierung, Arztpraxen gewinnen Kapazitäten für Menschen mit komplexeren Erkrankungen und höherem Behandlungsbedarf.
"Wenn wir die Potenziale der Selbstmedikation besser nutzen wollen, müssen wir die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung stärken, die Beratung in den vor Ort Apotheken weiter fördern und Selbstmedikation gesundheitspolitisch stärker in den Blick nehmen. Angesichts ihres Nutzens für Patientinnen und Patienten sowie für das Gesundheitssystem bekommt sie in der politischen Diskussion bislang zu wenig Aufmerksamkeit", sagt Dr. Ullrich.
Gesundheitskompetenz sollte aus Sicht der Teilnehmenden möglichst früh vermittelt werden. Kinder und Jugendliche sollten ein grundlegendes Verständnis für Themen wie Gesundheit, Bewegung, Ernährung, soziale Beziehungen und den verantwortungsvollen Umgang mit Medikamenten entwickeln. Gesundheitswissen leiste einen wichtigen Beitrag für Lebensqualität, Eigenverantwortung und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Auch Dr. Michael Preusch MDL, gesundheitspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Landtag von Baden-Württemberg, sprach sich dafür aus, Gesundheitsbildung und Erste Hilfe stärker im Schulalltag und in Lehrplänen zu verankern.
Information und Zusammenarbeit sind wichtig für eine Stärkung der Selbstmedikation, hob auch Dr. Norbert Smetak, Vorstandsvorsitzender MEDI Baden-Württemberg e.V., hervor. Er unterstrich die Bedeutung von Kommunikation zwischen Patient, Arzt und Apotheke. Insbesondere bei chronisch erkrankten Menschen und Personen mit Dauermedikation müsse bekannt sein, welche rezeptfreien Arzneimittel zusätzlich eingenommen werden. Nur so könnten mögliche Wechselwirkungen frühzeitig erkannt werden. Patientensicherheit müsse dabei stets oberste Priorität haben.
Der Pharma Deutschland e.V. ist der mitgliederstärkste Branchenverband der Pharmaindustrie in Deutschland. Er vertritt die Interessen von rund 400 Mitgliedsunternehmen, die in Deutschland ca. 80.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigen. Die in Pharma Deutschland e.V. organisierten Unternehmen tragen maßgeblich dazu bei, die Arzneimittelversorgung in Deutschland zu sichern. So stellen sie fast 80 Prozent der in Apotheken verkauften rezeptfreien und fast zwei Drittel der rezeptpflichtigen Arzneimittel sowie einen Großteil der stofflichen und dentalen Medizinprodukte für die Patientinnen und Patienten bereit. Unter www.pharmadeutschland.de gibt es mehr Informationen zu Pharma Deutschland.
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