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Demokratien im Wandel: Stiftung fördert elf transdisziplinäre Forschungsprojekte mit rund 14,3 Mio. Euro

+++ Pressemitteilung der VolkswagenStiftung +++

Demokratien im Wandel: Stiftung fördert elf transdisziplinäre Forschungsprojekte mit rund 14,3 Mio. Euro

Demokratien stehen weltweit vor enormen Herausforderungen. In der Förderinitiative "Transformationswissen über Demokratien im Wandel – transdisziplinäre Perspektiven" unterstützt die VolkswagenStiftung jetzt elf neue Forschungsprojekte, die gemeinsam mit Praxispartner:innen diese Herausforderungen adressieren und Handlungsoptionen entwickeln. Die Teams forschen u. a. zu Themen wie Cybergewalt, Gleichstellung, und rechtextremen Geschichtsbildern, bspw. in Berlin und Münster.

Demokratien stehen unter Druck: Der zunehmende Einfluss populistischer Parteien, wachsende gesellschaftliche Polarisierung, digitale Kommunikationsräume und sinkendes Vertrauen in demokratische Institutionen verändern die Bedingungen demokratischer Entscheidungsprozesse. Vor diesem Hintergrund ermöglicht die VolkswagenStiftung in dem Programm "Transformationswissen über Demokratien im Wandel – transdisziplinäre Perspektiven" Forschung zu aktuellen, drängenden Fragestellungen zu Demokratien im Wandel, die wissenschaftliche Analyse mit Perspektiven aus Politik, Zivilgesellschaft, Medien und Kultur verbindet. Gemeinsam entwickeln je zwei bis drei Wissenschaftler:innen und Praxispartner:innen Forschungsfragen, untersuchen aktuelle Transformationsprozesse von Demokratien und leiten daraus konkrete Handlungsempfehlungen für gesellschaftliche Akteur:innen in der Politik, der Wirtschaft oder der Zivilgesellschaft ab.

"Demokratien verändern sich ständig – und sie stehen heute vor besonders komplexen Herausforderungen. Um diese zu verstehen und konstruktiv zu gestalten, braucht es Forschung, die unterschiedliche Perspektiven zusammenbringt und den Dialog mit der Praxis sucht", sagt Dr. Cora Schaffert Ziegenbalg, Förderreferentin der VolkswagenStiftung. "Genau hier setzt unsere Initiative an: Sie schafft Raum für neue Kooperationen und für Wissen, das gesellschaftliche Veränderungen konkret mitgestalten kann."

Vier der elf neu geförderten Projekte kurz vorgestellt:

Cybergewalt wirksamer bekämpfen: "Caught in the Crossfire: Political Cyberviolence and Institutional Responses to Safeguard Democracy" (Prof. Dr. Gülay Caglar, Prof. Dr. Kirstin Drenkhahn, Freie Universität Berlin; Dr. Julia Ebner, Institute for Strategic Dialogue, Berlin; Kriminalistisches Institut, Bundeskriminalamt; rd. 1,3 Mio. Euro)

Beleidigungen, Drohungen und gezielte Onlinekampagnen gegen Politiker:innen nehmen zu. Die Forschenden aus Politikwissenschaft, Geschlechterforschung und Kriminologie untersuchen, wie diese Form von Cybergewalt reguliert, überwacht und geahndet werden kann – ohne dabei jedoch die Meinungsfreiheit und individuelle Grundrechte einzuschränken und das Vertrauen von Bürger:innen in die Demokratie zu verletzen. Gemeinsam mit den Partner:innen aus der Praxis bringen die Forschenden Akteur:innen aus der Politik, Justiz und Sicherheitsbehörden an einen Tisch und untersuchen deren unterschiedliche Erwartungen, Rollen und Interessen, um gemeinsam Lösungen für das Dilemma zu finden.

Gefährden Angriffe auf Gleichstellung die Demokratie?: "Gender Equality in German State Parliaments: Gender-sensitive Institutional Reforms in Times of Anti-democratic Backlash (GeParD)" (Dr. Petra Ahrens, Freie Universität Berlin; Dr. Valentine Berthet LL.M., University of Helsinki, Finnland; Dr. Uta Kletzing, Ministerium für Gesundheit und Soziales Land Brandenburg; Kathrin Mahler Walther, Europäische Akademie für Frauen in Politik und Wirtschaft Berlin; Bettina Wilhelm, Zentralstelle der Landesfrauenbeauftragten (ZGF), Bremen; rd. 1,4 Mio. Euro)

Die Forschenden untersuchen, wie rechts-populistische Angriffe auf Gleichstellung und Antidiskriminierung die Demokratie schwächen können und wie deutsche Parlamente mit dieser Herausforderung umgehen. Gemeinsam mit Partner:innen aus der Gleichstellungsarbeit untersuchen die Wissenschaftlerinnen drei Landtage in Baden‑Württemberg, Brandenburg und Bremen. Das Team analysiert etwa, wie viele Frauen Führungspositionen einnehmen, ob die Arbeitsbedingungen familienfreundlich sind und wie Parlamente mit unangemessenem Verhalten umgehen. Aus den Ergebnissen entwickeln sie konkrete Reformvorschläge, Aktionspläne für die drei Parlamente und ein digitales Werkzeug, das auch andere Bundesländer nutzen können, um Parlamente geschlechtergerechter, transparenter und resilienter zu machen

Polarisierung im Netz: "Triggering Democratic Frustration: Understanding and Countering Strategic Polarisation on Digital Platforms" (Dr. Jakob Ohme, Weizenbaum-Institut, Berlin; Dr. Simone Ruf, Gesellschaft für Freiheitsrechte, Berlin; Melanie Stein, Wir sind der Osten, Leipzig; Prof. Dr. Thorsten Thiel, Universität Erfurt; Prof. Dr. Ulrike Klinger, Universität Amsterdam; rd. 1,4 Mio. Euro)

In sozialen Medien verbreiten sich vermehrt Inhalte, die politische Konflikte bewusst zuspitzen. Gleichzeitig verlieren viele Menschen das Vertrauen in demokratische Institutionen. Das Projektteam untersucht, wie beides zusammenhängt. Sie führen dazu Interviews und analysieren Inhalte auf Plattformen wie TikTok und YouTube, untersuchen, wie polarisierende Beiträge sichtbar werden, welche Rolle Algorithmen spielen und wie solche Inhalte politische Einstellungen beeinflussen. Die Ergebnisse sollen bspw. in Bildungsangebote und Workshops für Schulen und Zivilgesellschaft einfließen.

Rechtsextreme Geschichtsbilder im Netz: "Manipulation of the Past: Far-Right Ideologies and the Weaponization of History" (Prof. Dr. Thorsten Quandt, Universität Münster; PD Dr. Mathias Felipe De Lima Santos, Universitat Pompeu Fabra, Barcelona, Spanien; Prof. Dr. Walter Quattrociocchi, Sapienza Università di Roma, Italien; dataninja, Italien, Red Acoge, Spanien; rd. 1,3 Mio. Euro)

Das internationale Forschungsteam untersucht, wie rechtspopulistische Gruppen in Deutschland, Italien und Spanien Geschichte für ihre Zwecke nutzen und welche Auswirkungen dies auf heutige Demokratien hat. Die Wissenschaftler:innen und Praxispartner:innen analysieren Algorithmen, Onlinebeiträge und Videos auf Plattformen wie YouTube oder TikTok etwa zum Nationalsozialismus, Faschismus und der Franco‑Diktatur. Zusätzlich sprechen sie in Workshops mit Jugendlichen, Familien und Lehrkräften darüber, wie sie diese Botschaften wahrnehmen. Gemeinsam mit zwei europäischen NGOs entwickelt das Team daraus Bildungsangebote und Materialien zur Medienkompetenz, um Desinformation und Radikalisierung besser entgegenzuwirken.

Weitere bewilligte Projekte:

Neue Perspektiven auf den gesamtdeutschen Transformationsprozess seit 1990: "Reframe, Reflect, Connect – Transforming Memory Culture regarding (East) Germany’s Transformation" (Prof. Dr. Jörg Ganzenmüller, Technische Universität Dresden; Dr. Albert Drews, Evangelische Akademie Loccum; Dr. Frank Eckhardt, riesa efau. Kultur Forum Dresden; Prof. Dr. Kathrin Klausmeier, Universität Göttingen; Dr. Jochen Voit, Stiftung Ettersberg, Weimar; rd. 1,4 Mio. Euro)

Stärken Bürgerräte Vertrauen in Demokratie?: "Next-Generation Citizen Councils for Revitalizing Democracy at the Community Level (NexCiCo+)" (Dr. Sebastian Ziaja, GESIS - Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften, Köln; Hannah Göppert, Initiative Offene Gesellschaft, Berlin; Dr. Antonia Carolin May, Universität Mannheim; Karsten Schütze, Gemeindeverwaltung Markkleeberg; rd. 830.000 Euro)

Die Rolle von Zivilgesellschaft in Demokratien: "The "Good", the "Bad", and the (Un)democratic: Regulating Civil Society in Democracies under Change" (Prof. Dr. Angelika Nußberger, Universität zu Köln; Prof. Dr. Gwendolyn Sasse, Zentrum für Osteuropa- und internationale Studien (ZOiS), Berlin; Prof. Dr. Silvia von Steinsdorff, Humboldt-Universität zu Berlin; Vitor Teixeira, Transparency International EU, Brüssel, Belgien; Paul Zoubkov, Democracy Reporting International (DRI), Berlin; rd. 1,4 Mio. Euro)

Macht durch digitale Infrastrukturen: "INFRADEM Reconfiguring Digital Infrastructure as a Site of Democratic Transformation" (Prof Dr Anna-Verena Nosthoff, Universität Oldenburg; Dr. Katrin Becker, University of Luxembourg; Danny Lämmerhirt, Waag Society, Amsterdam, Niederlande; Jan Rathje, CeMAS – Center für Monitoring, Analyse und Strategie, Berlin; Wessel Reijers, Universität Paderborn; rd. 1,4 Mio. Euro)

Syrien vor europäischen Gerichten: "Trying Democracy: Universal Jurisdiction and Transnational Community-Making between Syria and Europe" (Prof. Dr. Pauline Endres de Oliveira, Dr. Itamar Mann, Humboldt-Universität zu Berlin; Syria Justice and Accountability Centre, Washington, USA; Jun.-Prof. Leila Ullrich Ph.D., University of Oxford, Großbritannien; rd. 1,3 Mio. Euro)

Demokratie und Teilhabe in Hafenstädten: "Functioning Citizenship at the Water’s Edge: Everyday Democracy in Global Port Cities" (Prof. Dr. Ruth Schilling, Deutsches Schifffahrtsmuseum & Universität Bremen; Katharina Bothe, Deutsches Schifffahrtsmuseum, Bremerhaven; Meike Erichsen, ITF Seafarers' Trust, London, Großbritannien; Melanye Garland, freischaffende Künstlerin; rd. 1,3 Mio. Euro)

Muslimisches Familienrecht und Demokratie: "The Challenges of Applying Muslim Family Law in Democratic Liberal States: A Comparative Action-Research Project" (Prof. Dr. Marie-Claire Foblets, Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung, Halle/Saale; Prof. Dr. Federica Sona, Università degli Studi di Torino, Iyad Zahalka, Muslim Sjhria`a courts, Jerusalem, Israel; Dr. Ido Shahar, Prof. Dr. Karin Carmit Yefet, University of Haifa, Israel; Dr. Islam Uddin, York Way Mosque, London, Großbritannien; Dr. Giacinto Bisogni, Italian Supreme Court; Rom, Italien; rd. 1,3 Mio. Euro)

Alle Informationen zur Förderinitiative "Transformationswissen über Demokratien im Wandel – transdisziplinäre Perspektiven": https://www.volkswagenstiftung.de/de/foerderung/foerderangebot/transformationswissen-ueber-demokratien-im-wandel-transdisziplinaere-perspektiven

INFORMATIONEN ZUR VOLKSWAGENSTIFTUNG

Die VolkswagenStiftung ist eine eigenständige, gemeinnützige Stiftung privaten Rechts mit Sitz in Hannover. Sie ist die größte private deutsche wissenschaftsfördernde Stiftung und eine der größten Stiftungen hierzulande überhaupt. Ihre Mittel vergibt sie ausschließlich an wissenschaftliche Einrichtungen. In den mehr als 60 Jahren ihres Bestehens hat die VolkswagenStiftung rund 36.000 Projekte mit insgesamt mehr als 7,5 Mrd. Euro gefördert. Auch gemessen daran zählt sie zu den größten gemeinnützigen Stiftungen privaten Rechts in Deutschland.

Weitere Informationen über die VolkswagenStiftung finden Sie unter https://www.volkswagenstiftung.de/de/stiftung/wer-wir-sind.

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Die Presseinformation steht im Internet zur Verfügung: https://www.volkswagenstiftung.de/de/news/pressemitteilung/demokratien-im-wandel-stiftung-foerdert-elf-transdisziplinaere-forschungsprojekte-mit-rund-143-mio-euro

KONTAKT

Jens Rehländer

Leiter Kommunikation

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Kastanienallee 35

30519 Hannover

Telefon: +49 511 8381 380

E-Mail: rehlaender@volkswagenstiftung.de

Web: https://www.volkswagenstiftung.de

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