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BKK Mobil Oil bringt professionelle Märchenstunden in Pflegeeinrichtungen

Antje Laurischkat (l.), Sabine Meyer (m.) und Lutz Richter nach einer exemplarischen "Märchenstunde" in Hamburg. Foto: Venia Peuker

Der Froschkönig, Dornröschen oder Hans im Glück: Die Geschichten der Brüder Grimm begeistern noch heute Jung und Alt - und sind ein hervorragendes Medium, um einen Zugang zu Demenzkranken zu finden.

So steigert professionelles, regelmäßiges Märchenerzählen der Studie "Märchenstube - ressourcenaktivierende Arbeit mit Märchen für demenziell erkrankte Menschen" (2009) der Osnabrücker Märchenerzählerin Sabine Meyer zu Folge die Lebensqualität und das Wohlbefinden. Zudem beeinflusst die Methode die kommunikativen Ressourcen positiv und fördert die sozialen Kompetenzen der Menschen mit Demenz. Mit dem Ziel, die individuelle Lebensqualität so hoch wie möglich zu halten und die psychosoziale Gesundheit von Bewohnern in Pflegeeinrichtungen zu fördern, unterstützt die BKK Mobil Oil ab sofort das vom Team Gesundheit entwickelte Projekt "Unvergessen - Aktivierung durch Märchen". Dabei übernimmt die Pflegekasse der BKK Mobil Oil die anstehenden Schulungskosten für das teilnehmende Personal ausgewählter Pflegeeinrichtungen in der Region Hamburg. In 2018 möchte die BKK Mobil Oil das Projekt ausbauen, interessierte Einrichtungen können sich bewerben.

Die Anwendung der fundierten Methode des Märchenerzählens - nicht zu verwechseln mit dem Vorlesen von Märchen - baut bei Bewohnerinnen und Bewohnern von Pflegeeinrichtungen Brücken in die Erinnerung und entfaltet speziell bei Menschen mit Demenz eine positive Wirkung. "Der große Unterschied des Märchenerzählens gegenüber dem Vorlesen der Märchen ist in Bezug auf die Märchenaktivierungsarbeit für Menschen mit Demenz die lebendige Vortragsweise. Über das freie Erzählen besteht die Möglichkeit, eindrückliche Gestik, Mimik und Stimmmodulationen einzubringen. So entstehen einfache Bilder in den Köpfen der Menschen. Zudem können Erzähler den Blickkontakt zu den Zuhörern halten und auf Reaktion der Menschen mit Demenz spontan reagieren", sagt die professionelle Märchenerzählerin Sabine Meyer, die seit vielen Jahren selbst in Alten- und Pflegeheimen aktiv und zudem für die Schulungen zur Märchenerzählerin verantwortlich ist. "In 24 Unterrichtsstunden werden die Grundlagen zur Märchenaktivierungsarbeit und zum Erzählen erarbeitet. Das Erzählen an sich zu erlernen, ist für interessierte Alltagsbegleiter möglich, da wir alle diese Grundkommunikationsform beherrschen können. Hierzu muss eindeutig abgegrenzt werden, dass die Märchenaktivierungsarbeit von den Teilnehmern nicht verlangt, ein professioneller Bühnenerzähler zu werden. In der Märchenaktivierungsarbeit geht es darum, das eigene Erzählen lebendig und frei zu gestalten. Nicht mehr, aber auch nicht weniger."

"Verschüttete Erinnerungen werden wachgerufen"

Im Rahmen der dreistufigen Ausbildung zum Erzähler für Menschen mit Demenz werden zunächst exemplarische Märchenstunden durch professionelle Erzählerinnen des Projektes "Unvergessen", die die Schulungen im Rahmen des Projektes leiten, in der Einrichtung durchgeführt. Im zweiten Schritt werden ausgewählte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rahmen einer dreitägigen Multiplikatorenschulung befähigt, regelmäßig Märchenstunden vor Ort durchzuführen. Nach einigen Wochen der selbstständigen Erprobung erfolgt ein Begleittag mit einer professionellen Erzählerin, um die frisch gebackenen Märchenerzähler bei den Märchenstunden zu unterstützen. Ziel ist, dass die "Märchenstunden" letztlich ein fester Bestandteil in den Betreuungsprogrammen der Pflegeeinrichtungen werden. "Wir versprechen uns vom Projekt insbesondere eine Aktivierung und eine Stimulation unserer Gäste. Die Reaktionen unserer Bewohnerinnen und Bewohner waren bei den exemplarischen Stunden in unserer Einrichtung sehr positiv. Vor allem unsere dementen Gäste haben intensive Reaktionen gezeigt und konnten gewisse Passagen sofort mitsprechen", berichtet Lutz Richter, Residenzleiter SenVital Senioren- und Pflegezentrum Hamburg am Barmbeker Markt.

"Mit dem Projekt 'Unvergessen' wollen wir die Erinnerungs- und Biografie-Arbeit in unseren Häusern weiter stärken", so Henning Schweer, Leiter der Unternehmenskommunikation bei PFLEGEN & WOHNEN HAMBURG. "Durch die besondere Ansprache können gerade Menschen mit einer demenziellen Erkrankung positiv aktiviert und gefördert werden. Verschüttete Erinnerungen werden wachgerufen und das Wohlbefinden gefördert. Wir freuen uns daher, nach der Schulung und Erprobung jetzt in die praktische Umsetzung zu starten."

"Nach dem vielversprechenden Start in der Region Hamburg werden wir das Projekt in 2018 weiter ausbauen und leisten somit einen wichtigen Beitrag, die Gesundheitspotentiale beeinträchtigter und pflegebedürftiger Menschen zu fördern", sagt Antje Laurischkat, Pflegebeauftragte der BKK Mobil Oil.

Weitere Informationen und Möglichkeiten zur Teilnahme am Projekt "Unvergessen - Aktivierung durch Märchen" gibt es unter www.bkk-mobil-oil.de/maerchen.

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