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29.10.2018 – 21:44

BERLINER MORGENPOST

BERLINER MORGENPOST: Ungeahnter Kindersegen
Kommentar von Joachim Fahrun zu Kita-Plätze

Berlin (ots)

Kurzform: Nun kann man dem Senat vieles vorwerfen, aber nicht, dass in Sachen Kita-Ausbau nichts passieren würde. Tausende neue Plätze entstehen jedes Jahr, stetig gibt Berlin mehr Geld für Kinderbetreuung aus, die Gebühren für Eltern wurden abgeschafft. Gleichwohl tut sich der Senat schwer, das Wettrennen mit dem Kinderboom zu gewinnen und allen Eltern Plätze anbieten zu können. Denn es geht weniger um Räume, sondern um Personal. Auch wenn es inzwischen deutlich mehr Erzieherinnen und Erzieher gibt und die Ausbildung massiv hochgefahren wurde, reicht es immer noch nicht. So müssen es wohl wie schon an den Schulen Quereinsteiger aus anderen Berufsfeldern richten und die Fachkräfte in den Kitas verstärken. Selbst das wird schwierig genug.

Der vollständige Kommentar: Es ist ein Segen: Menschen entscheiden sich für die Zukunft und setzen Nachwuchs in die Welt. Und viele davon gehen eben nicht ins Umland, sondern ziehen ihre Kinder in Berlin groß. Dass dieser Lebensentwurf hier ganz gut funktionieren kann, weiß jeder, der mal in Barcelona einen Park zum Toben, in London einen Kinderspielplatz oder in der westdeutschen Provinz einen Kita-Platz gesucht hat. Immer mehr Kinder leben in unserer Stadt. Die heutigen Kleinkinder-Jahrgänge sind deutlich zahlreicher als ihre Vorgänger. Weil niemand so richtig auf diese Trendwende vorbereitet war, wird der Kindersegen nun zu einem drängenden Problem. Die lieben Kleinen wollen auch betreut werden. Niemand erwartet mehr, dass Mutti wie früher ihren Job zurückstellt und sich daheim um die Kinder kümmert. Nun kann man dem Senat vieles vorwerfen, aber nicht, dass in Sachen Kita-Ausbau nichts passieren würde. Tausende neue Plätze entstehen jedes Jahr, stetig gibt Berlin mehr Geld für Kinderbetreuung aus, die Gebühren für Eltern wurden abgeschafft. Gleichwohl tut sich der Senat schwer, das Wettrennen mit dem Kinderboom zu gewinnen und allen Eltern Plätze anbieten zu können. Denn es geht weniger um Räume, sondern um Personal. Auch wenn es inzwischen deutlich mehr Erzieherinnen und Erzieher gibt und die Ausbildung massiv hochgefahren wurde, reicht es immer noch nicht. So müssen es wohl wie schon an den Schulen Quereinsteiger aus anderen Berufsfeldern richten und die Fachkräfte in den Kitas verstärken. Selbst das wird schwierig genug. Für Eltern bleibt nur, sich rechtzeitig um einen Platz zu kümmern und es hinzunehmen, wenn nicht nur Fachpersonal die Kleinen betreut. In den Kitas fehlt es nicht an Engagement der Politik oder am Geld. Sondern an Menschen, die diesen Job machen wollen und können. Das ist bitter für viele Eltern. Und noch schlimmer für die Kinder, die ohne optimale Förderung ins Leben starten müssen.

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