Aktionsbündnis gegen AIDS

Pharmakonzern abgestraft
Etappensieg für Aktionsbündnis gegen Aids - Patentantrag abgelehnt!

Tübingen (ots) - Indien hat den Patentantrag der Firma Gilead auf das unentbehrliche Aids-Medikament Tenofovir abgelehnt. Tenofovir wird von der Weltgesundheitsorganisation als Aids-Medikament der ersten Wahl empfohlen, da es ältere, nebenwirkungsreichere Medikamente ersetzen kann. Das Aktionsbündnis gegen Aids hatte Gilead aufgefordert, seinen Patentantrag in Indien zurückzuziehen. Die Entscheidung der indischen Regierung wurde damit begründet, dass es sich hier nicht um ein wirklich neues Medikament handelt. Denn die Substanz Tenofovir wurde bereits 1995 entwickelt. Gilead wollte diese nun geringfügig geändert patentieren lassen, was das neue indische Patentrecht (§ 3d) jedoch untersagt. Denn ein Anrecht auf Patente gilt nur auf völlig neue Arzneistoffe.

Das Aktionsbündnis gegen AIDS hatte von Gilead verlangt, den Patentantrag freiwillig zurückzunehmen. Der Pharmakonzern hatte nicht reagiert, aber die indische Regierung entschied nun zum Wohle der PatientInnen.

"Das ist ein toller Erfolg für das Aktionsbündnis gegen AIDS", freut sich Christiane Fischer von der BUKO Pharma-Kampagne als Sprecherin des Aktionsbündnisses. Gemeinsam mit anderen internationalen Organisationen wurde die indische Regierung bestärkt, von dem 3d Paragraphen nicht abzuweichen.

Eine Patentierung dieses Arzneistoffes hätte die Produktion in Indien und den Export als Generika in ärmere Länder dramatisch erschwert. Insofern ist die jetzt getroffene Entscheidung für alle PatientInnen, die auf dieses Präparat angewiesen sind, von entscheidender Bedeutung.

Pressekontakt:

Aktionsbündnis gegen AIDS,
Rechtsträger Deutsches Institut für Ärztliche Mission,
Beate Ramme-Fülle, Tel. 07071-206-540 rammefuelle@aids-kampagne.de

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