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04.03.2009 – 11:23

Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA) Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V.

Arbeitskämpfe - Viele werden nicht registriert

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    Köln (ots)

    - Querverweis: Ein Dokument liegt in der digitalen
        Pressemappe zum Download vor und ist unter
        http://www.presseportal.de/dokumente abrufbar -

    In internationalen Arbeitskampfvergleichen zählt Deutschland zu den Ländern mit den wenigsten streikbedingten Arbeitsausfällen. Zwischen 2000 und 2007 gingen pro Jahr durch Streiks und Aussperrungen lediglich fünf Arbeitstage je 1.000 Arbeitnehmer verloren, in Frankreich waren es 103 und in Kanada sogar 164 Tage. Die große Differenz erklärt sich zum Teil daraus, dass in diesen Ländern - anders als in Deutschland - politische Streiks zulässig sind. Das vermeintlich friedlichere Miteinander in Deutschland hat aber noch einen anderen Grund: Die amtliche Statistik erfasst längst nicht alle Streiks, sondern nur solche Arbeitskämpfe, die wenigstens einen Tag dauern oder zu mindestens 100 Ausfalltagen führen - Warnstreiks fallen dabei oft unter den Tisch. Das tatsächliche Streikgeschehen dürfte deshalb hierzulande beträchtlich unterzeichnet werden. Ein Indiz dafür ist auch die gewerkschaftliche Streikstatistik, die die Zahl der Ausfalltage deutlich höher beziffert und sich dabei auf die ausgezahlten Streikgelder stützt. Bis vor kurzem fanden die meisten Streiks in der Industrie statt, Inzwischen deutlich stärker an der Streikfront unterwegs ist aber der Dienstleistungsbereich - im Jahr 2008 dürften auf ihn 290.000 der geschätzten 420.000 Ausfalltage auf diesen Sektor entfallen.

    Hagen Lesch: Erfassung und Entwicklung von Streiks in OECD-Ländern, in: IW-Trends 1/2009

Pressekontakt:
Gesprächspartner im IW: Hagen Lesch, Telefon: 0221 4981-778

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