Coface-Studie: Langsame Entscheidungen bremsen Wachstum deutscher Unternehmen
Mainz (ots)
Langsame Entscheidungsprozesse entwickeln sich für Unternehmen zunehmend zum Wettbewerbsnachteil. Das zeigt eine internationale Studie des Kreditversicherers Coface unter Führungskräften in 13 Ländern. Weltweit betrachten 68 Prozent langsame Entscheidungen als Wachstumshemmnis, in Deutschland sind es 73 Prozent. Gleichzeitig sehen 81 Prozent der deutschen Befragten einen grundsätzlichen Zielkonflikt zwischen Wachstumsambitionen und Risikodisziplin. Weltweit sind es lediglich 62 Prozent.
"Die Ergebnisse der Befragung zeigen, dass erfolgreiche Unternehmen Risiken nicht um jeden Preis vermeiden. Sie schaffen vielmehr die Voraussetzungen, um Risiken schnell zu bewerten und Chancen entschlossen zu nutzen. Genau darin liegt heute ein entscheidender Wettbewerbsvorteil", sagt Christian Stoffel, Coface-CEO für die Region Nordeuropa.
Risikomanagement soll Wachstum ermöglichen
Dennoch bleibt das Spannungsfeld zwischen Wachstum und Kontrolle groß: Jede zweite weltweit befragte Führungskraft hält ein "Nein" zu neuen Geschäftsmöglichkeiten für sicherer als die Suche nach einem tragfähigen "Ja". Zudem geben 59 Prozent an, dass Einwände von Risiko- und Finanzteams häufig als Hindernis für Wachstum verstanden werden.
Gleichzeitig verändern sich die Erwartungen an das Risikomanagement. Zwar nehmen weltweit bislang nur 24 Prozent Risiko- und Finanzteams als strategische Wachstumspartner wahr. Bereits 60 Prozent sehen in ihnen jedoch Wegbereiter für zusätzliches Wachstum. Für die kommenden drei bis fünf Jahre erwarten 44 Prozent aller Befragten, dass Risiko- und Finanzteams die Rolle strategischer Wachstumspartner übernehmen werden.
Deutsche Unternehmen tun sich noch schwer
Die hohe Bedeutung, die deutsche Unternehmen der Risikodisziplin beimessen, prägt auch die Wahrnehmung von Risiko- und Finanzteams. Während 81 Prozent der Befragten aus Deutschland Wachstumsambitionen und Risikodisziplin als schwer vereinbar ansehen, verbinden 40 Prozent diese Funktionen weiterhin vor allem mit Schutz und Kontrolle. Nur 19 Prozent sehen sie bereits als strategische Wachstumspartner.
Ebenso gering ist die frühe Einbindung: Lediglich 19 Prozent der deutschen Unternehmen beziehen Risiko-Teams schon in der Entstehungsphase von Wachstumsentscheidungen ein. "Unternehmen in Deutschland verfügen über klare Strukturen und eine ausgeprägte Risikodisziplin. Entscheidend wird sein, Risiko- und Finanzteams früher in Wachstumsentscheidungen einzubinden, damit aus Vorsicht keine Wachstumsbremse wird", sagt Christian Stoffel. Zentrale Voraussetzung dafür ist eine belastbare Datenbasis.
Bessere Daten für schnellere Entscheidungen
Weltweit verfügen jedoch viele Unternehmen noch nicht über die notwendige Datengrundlage für schnelle Entscheidungen. Mehr als die Hälfte berichtet von fragmentierten Risikodaten, während nur 20 Prozent auf eine einheitliche Datenbasis über verschiedene Märkte hinweg zugreifen können. Entsprechend wächst die Bedeutung externer Partner, die Unternehmen mit Informationen, Analysen und Prognosen unterstützen. 77 Prozent aller Befragten erwarten von ihnen vor allem vorausschauende Markt- und Risikoeinschätzungen, die dabei helfen, Chancen früher zu erkennen und Risiken besser einzuschätzen.
Über die Studie
Für die Studie befragte das Marktforschungsinstitut Coleman Parkes für Coface insgesamt 1.250 Führungskräfte aus 13 Ländern, die an Entscheidungen im Risiko- und Finanzmanagement beteiligt sind. Darunter befanden sich CFOs, CROs, Finanz- und Risikodirektoren aus Unternehmen verschiedener Branchen und Größen.
Weitere Informationen sowie die gesamte Studie zum Download: www.coface.de
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