Alle Meldungen
Folgen
Keine Meldung von DAK-Gesundheit mehr verpassen.

DAK-Gesundheit

Mehr ADHS-Neudiagnosen bei Kindern in NRW

Mehr ADHS-Neudiagnosen bei Kindern in NRW
  • Bild-Infos
  • Download

2 Dokumente

Immer mehr Kinder und Jugendliche in Nordrhein-Westfalen erhalten eine ADHS-Neudiagnose. Im Vergleich zum Vorjahr gab es 2024 einen Anstieg um zwölf Prozent. Hochgerechnet wurde somit bei rund 44.100 jungen Menschen in NRW erstmals ADHS diagnostiziert. Das ist das Ergebnis des aktuellen Kinder- und Jugendreports der DAK-Gesundheit für Nordrhein-Westfalen. Besonders auffällig ist die Geschlechterverteilung: Jungen bekommen mehr als doppelt so häufig eine Erstdiagnose wie Mädchen. Gleichzeitig die Neudiagnosen bei Mädchen mit 29 Prozent mehr als doppelt so stark wie bei Jungen mit 14 Prozent. Bei einer Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung (ADHS) handelt es sich um eine multifaktoriell bedingte Erkrankung, bei der sowohl die Genetik als auch Umweltfaktoren eine wichtige Rolle spielen. Die DAK-Daten zeigen, dass in NRW 5,3 Prozent der Kinder und Jugendlichen im Alter von drei bis 17 Jahren 2024 mit einer ADHS-Diagnose medizinisch versorgt wurden. Vor dem Hintergrund der Ergebnisse betont DAK-Landeschefin Berit Schoppen, wie wichtig eine stärkere Vernetzung in der Versorgung junger Menschen ist. Lesen Sie mehr in unserer aktuellen Pressemeldung.

Freundliche Grüße

Ihr Presseteam der DAK-Gesundheit Nordrhein-Westfalen

Mehr ADHS-Neudiagnosen bei Kindern in NRW

  • Sonderanalyse DAK-Kinder- und Jugendreport: Jungen erhalten mehr als doppelt so häufig eine Erstdiagnose
  • Neuerkrankungen steigen um 5,3 Prozent, bei Mädchen sogar um 29 Prozent
  • DAK-Landeschefin Schoppen fordert Zusammenspiel und Vernetzung

Immer mehr Kinder und Jugendliche in Nordrhein-Westfalen erhalten eine ADHS-Neudiagnose. Im Vergleich zum Vorjahr gab es 2024 einen Anstieg um zwölf Prozent. Hochgerechnet wurde somit bei rund 44.100 jungen Menschen in NRW erstmals ADHS diagnostiziert. Das ist das Ergebnis des aktuellen Kinder- und Jugendreports der DAK-Gesundheit für Nordrhein-Westfalen. Besonders auffällig ist die Geschlechterverteilung: Jungen bekommen mehr als doppelt so häufig eine Erstdiagnose wie Mädchen. Gleichzeitig die Neudiagnosen bei Mädchen mit 29 Prozent mehr als doppelt so stark wie bei Jungen mit 14 Prozent. Bei einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) handelt es sich um eine multifaktoriell bedingte Erkrankung, bei der sowohl die Genetik als auch Umweltfaktoren eine wichtige Rolle spielen. Die DAK-Daten zeigen, dass in NRW 5,3 Prozent der Kinder und Jugendlichen im Alter von drei bis 17 Jahren 2024 mit einer ADHS-Diagnose medizinisch versorgt wurden. Vor dem Hintergrund der Ergebnisse betont DAK-Landeschefin Berit Schoppen, wie wichtig eine stärkere Vernetzung in der Versorgung junger Menschen ist.

„Damit Kinder frühzeitig die richtige Unterstützung erhalten und langfristige Belastungen vermieden werden, ist eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten unerlässlich“, betont DAK-Landeschefin Berit Schoppen. „Entscheidend sind ein offener Austausch sowie konkrete Maßnahmen, die die psychische Widerstandskraft junger Menschen stärken und belastende Faktoren verringern. Dabei spielt die Schule eine zentrale Rolle, da sie nahezu alle Kinder erreicht.“

Als erste Krankenkasse hat die DAK-Gesundheit in Nordrhein-Westfalen ambulante und stationäre Abrechnungsdaten von Kindern und Jugendlichen mit dem Fokus auf ADHS für das Jahr 2024 ausgewertet. Für die aktuelle DAK-Sonderanalyse im Rahmen des Kinder- und Jugendreports untersuchte das Wissenschaftsteam von Vandage und der Universität Bielefeld Abrechnungsdaten von rund 149.600 Kindern und Jugendlichen bis einschließlich 17 Jahren, die bei der DAK-Gesundheit in Nordrhein-Westfalen versichert sind. Analysiert wurden rund 7,9 Millionen Versorgungskontakte im Zeitfenster von 2019 bis 2024. Besonders auffällig sind die Jahre 2023 und 2024 – hier sind die stärksten Anstiege der ADHS-Neuerkrankungen erkennbar.

Hochgerechnet 44.100 Kinder mit Neudiagnose ADHS

2024 erhielten in NRW laut DAK-Kinder- und Jugendreport 17 je 1.000 Kinder und Jugendliche eine ADHS-Neudiagnose. Das entspricht hochgerechnet rund 44.100 jungen Menschen. 2024 zeigt sich im Vergleich zu 2023 ein Plus von neunzehn Prozent. Der Anstieg betrifft alle Altersgruppen, fällt aber bei Schulkindern im Alter zwischen 10 und 14 Jahren mit einem Zuwachs von 30 Prozent besonders deutlich aus. So erhielten 2024 17,8 von 1.000 Schulkinder die Neudiagnose ADHS. Im Vorjahr waren es 13,8. Am häufigsten von ADHS-Neuerkrankungen betroffen sind Grundschulkinder. Im Jahr 2024 wurden 25,3 Neuerkrankungen je 1.000 Grundschulkinder dokumentiert.

Anstieg bei Mädchen: ADHS kein reines „Jungen-Thema“

Der DAK-Kinder- und Jugendreport zeigt, dass 2024 in NRW mehr als etwa doppelt so viele Jungen wie Mädchen eine ADHS-Neudiagnose bekommen haben. So erhielten 22 Jungen und elf Mädchen je 1.000 Kinder und Jugendliche 2024 erstmals eine ADHS-Diagnose. Das entspricht hochgerechnet rund 29.900 Jungen und 14.200 Mädchen. Im Vergleich zum Vorjahr weisen Mädchen aber mit einem Zuwachs von rund 29 Prozent höhere Steigerungsraten auf als Jungen mit gut 14 Prozent.

Experte: Warum Mädchen bei ADHS-Diagnosen aufholen

„Die hyperaktive Komponente ist bei ADHS besonders auffällig und beeinträchtigend. Sie ist bei Jungen stärker ausgeprägt. Das führt zu häufigeren ADHS-Diagnosen bei Jungen. Das ‚Aufholen‘ der Mädchen kann zum einen auf eine verbesserte Erkennung von vorwiegend die Aufmerksamkeit betreffenden Störungsbildern zurückzuführen sein, zum anderen aber auch dem beunruhigenden Trend allgemein erhöhter psychischer Belastung von Kindern und Jugendlichen, insbesondere Mädchen, folgen“, so Prof. Dr. med. Stephan Bender, Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters am Universitätsklinikum Köln.

ADHS-Krankheitshäufigkeit bei Kindern auf hohem Niveau

Der DAK-Kinder- und Jugendreport macht deutlich, dass die Krankheitshäufigkeit von ADHS bei Kindern auf einem hohen Niveau liegt: 5,3 Prozent der Kinder und Jugendlichen im Alter von drei bis 17 Jahren wurden 2024 in NRW mit einer ADHS-Diagnose medizinisch versorgt. Das entspricht hochgerechnet rund 136.200 jungen Menschen – davon waren etwas mehr als ein Drittel in diesem Zeitraum erstmalig in Behandlung. Gut 43 Prozent von ihnen erhielt eine Verschreibung von Medikamenten. Auch hier zeigt sich ein Geschlechterunterschied: Während gut 53 Prozent der Jungen 2024 ADHS-Medikamente verschrieben bekamen, sind es bei Mädchen rund 43 Prozent. Die Sonderanalyse zeigt, dass in Nordrhein-Westfalen durchschnittlich mehr Kinder und Jugendliche eine ADHS-Neudiagnose erhielten als im Bundesschnitt. Gab es in NRW 2024 einen Anstieg um 19 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, waren es bundesweit 16 Prozent.

ADHS: ein kurzer Überblick

ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) ist eine Störung der neuronalen Entwicklung eines Kindes. Die Störung kann im Nervensystem, im Gehirn oder ganz allgemein auf der Interaktionsebene auftreten. Tritt sie im Nervensystem auf, ist dort der Stoffwechsel von sogenannten Neurotransmittern als ‚Botschaftern zwischen den Nerven‘ gestört. Startet die Krankheit im Gehirn, können Betroffene sich selbst schwer steuern oder kontrollieren. Tritt ADHS auf der Interaktionsebene auf, haben die Betroffenen Schwierigkeiten mit Bezugspersonen und mit sozialen Bindungen. Weitere Informationen unter dak.de/adhs

Die DAK-Gesundheit ist mit 5,4 Millionen Versicherten die drittgrößte Krankenkasse Deutschlands und engagiert sich besonders für Kinder- und Jugendgesundheit.

Freundliche Grüße

Arno Prähler

DAK-Gesundheit
Stabsbereich Unternehmenskommunikation
Presse und politische Kommunikation

Pressesprecher Nordrhein-Westfalen

Graf-Adolf-Str. 89, 40210 Düsseldorf
Postfach 10 19 23, 40010 Düsseldorf
Mobil: 0173 2009688 
arno.praehler@dak.de 
 www.dak.de

www.dak.de/presse

www.facebook.com/dakonline

www.x.com/dakgesundheit

www.instagram.com/dakgesundheit

www.youtube.com/dakgesundheit

www.pinterest.com/dakgesundheit

Weitere Meldungen: DAK-Gesundheit
Weitere Meldungen: DAK-Gesundheit