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Stuttgarter Zeitung: Viele der toten KZ-Häftlinge von Echterdingen können identifiziert werden

    Stuttgart (ots) - Die Namen der hundert toten KZ-Häftlinge, die in Massengräbern im Bernhäuser Forst und in Echterdingen bei Stuttgart gefunden wurden, können offenbar rekonstruiert werden. Wie die Stuttgarter Zeitung (Dienstagsausgabe) berichtet, verfügt der Straßburger Historiker Robert Steegmann nach eigenen Angaben über eine vollständige Liste aller 600 Häftlinge, die im November 1944 ins KZ Echterdingen gebracht wurden. Außerdem sind ihm die Namen aller Häftlinge bekannt, die das Lager im Januar 1945 in vier Transporten verließen. Wie die Staatsanwaltschaft bestätigte, hat Steegmann die Listen den Ermittlungsbehörden schon vor drei Wochen zur Verfügung gestellt. Darüber hatte die Staatsanwaltschaft die Öffentlichkeit allerdings nicht informiert. Die Namen der Toten würden aus den Listen hervorgehen, sagte ein Sprecher des Landeskriminalamtes. Er fügte aber an, es gebe noch einige Ungereimtheiten: "Ganz so einfach sind die Schlussfolgerungen nicht."

    Justizminister Ulrich Goll hatte noch vor wenigen Tagen in einem Interview gesagt, man wisse kaum etwas über die Identität der Toten. Neben der historischen Bedeutung könnte die Namensliste auch eine politische Dimension bergen. Denn es ist nun viel wahrscheinlicher, dass sich Angehörige der Toten finden lassen - und es ist nicht auszuschließen, dass diese Angehörigen eine DNA-Analyse oder eine Einzelbestattung an einem bestimmten Ort fordern. Die jüdische Gemeinde will dagegen die Toten baldmöglichst ohne Gewebeanalysen am Flughafen bestatten.

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