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Stuttgarter Zeitung: Künftiger IG-Metall-Chef Wetzel kritisiert Schwarz-Rot - "Vier minus für die Koalitionsvereinbarungen"

Stuttgart (ots) - Der künftige IG-Metall-Vorsitzende Detlef Wetzel zeigt sich enttäuscht über die bisherigen Koalitionsverabredungen. "Zu wenig" sei das, was Union und SPD bisher bei den für die IG Metall wichtigen Themen verhandelt hätten, sagte er der "Stuttgarter Zeitung" (Mittwochausgabe). Wetzel gibt den möglichen Koalitionspartnern die Note "vier minus für das, was bisher geklärt ist und auf was man sich verlassen kann".

"Den geforderten Politikwechsel sehe ich noch nicht", sagte der Gewerkschaftsvize, der am kommenden Montag als Nachfolger von Berthold Huber zum neuen Vorsitzenden gewählt werden soll. "Eine Koalition, die sich nach dem Motto ,allen recht und keinem weh' auf den kleinsten gemeinsamen Nenner einigt, wird meistens den zu lösenden Sachfragen nicht gerecht, denn sie sind im Regelfall mit dem kleinsten gemeinsamen Nenner nicht zu lösen." Abgerechnet wird aber am Ende: Ob in der finalen Gesprächsrunde der Parteivorsitzenden noch mehr herauskomme, werde man sich danach anschauen müssen.

Pessimistisch zeigt Wetzel sich im Hinblick auf den Mitgliederentscheid der SPD: "Wenn nicht Wesentliches an Arbeitnehmerpolitik hinzukommt zu dem, was bis heute fest vereinbart ist, sehe ich schwarz für die SPD, ein positives Mitgliedervotum zu bekommen." Beispielhaft kritisierte Wetzel: "Ich sehe nicht, dass etwas Weltbewegendes gegen den Missbrauch von Leiharbeit verabredet worden ist."

Zudem sei noch nichts gegen den Missbrauch von Werkverträgen und zur Einführung von Mitbestimmungsrechten der Betriebsräte in dieser Frage vereinbart. "Es reicht doch nicht, wenn sich Kanzlerin Merkel den Missbrauch anschauen will - wir wollen doch wissen, was herausgekommen ist beim Anschauen." Auch sei die Einführung eines Mindestlohns erst 2016, wie von der Union angestrebt, keinesfalls zu akzeptieren. Eine gesetzliche Lohnuntergrenze von 8,50 Euro in West und Ost müsse zügig eingeführt werden.

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