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Mitteldeutsche Zeitung: Gesundheit Vergütung niedergelassener Ärzte Sachsen-Anhalts steigt 2011 um 4,23 Prozent

Halle (ots) - Die 3500 niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten Sachsen-Anhalts können 2011 mit deutlich höheren Honoraren rechnen. Aus dem 500-Millionen-Euro-Topf, den der Erweiterte Bewertungsausschuss von Ärzten und Krankenkassen beschlossen hat, fließen 23 Millionen ins Land. Hinzu kommt die von der Regierung beschlossene Steigerung der Honorare um 0,75 Prozent. Unterm Strich wird die Vergütung um 4,23 Prozent steigen. Das berichtet die in Halle erscheinende Mitteldeutsche Zeitung (Montagausgabe).

Die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen-Anhalts (KV) hält das nach der Honorarreform von 2009 für einen weiteren Schritt in die richtige Richtung. Gleichwohl hätte sich KV-Chef Burkhard John gewünscht, dass der Schritt etwas größer ausfällt. "Wir haben ein bisschen mehr erwartet", sagt er der MZ.

John räumt aber auch ein, dass die derzeitige Erhöhung zu einem Zeitpunkt auf den Weg gebracht wird, an dem sich die Wirtschaft gerade von einer Krise erholt und auf Versicherte höhere Krankenkassenbeiträge zukommen. "Vor diesem Hintergrund sind 4,23 Prozent ein Kompromiss", sagt er.

Sachsen-Anhalts Gesundheitsminister Norbert Bischoff (SPD) sieht die Honorar-Steigerungen mit gemischten Gefühlen. "Mehr Geld für gute Arbeit ist immer gut", sagt er der MZ. Er habe noch keine logische Erklärung gehört, warum 20 Jahre nach der Einheit immer noch in Ost und West unterschiedliche Ärztehonorare für ein und dieselbe Leistung veranschlagt würden. "Allerdings vermisse ich jetzt - wie nach so mancher vereinbarter Honorar-Steigerung auch in der Vergangenheit - das verbindliche Signal der Ärzteschaft an ihr medizinische Personal, ein Stück vom Kuchen weiterzugeben, also das Entgelt der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu erhöhen", fügt er hinzu.

Die Krankenkassen sehen die vereinbarten Honorar-Steigerungen äußerst kritisch. Uwe Deh, Vorstand der AOK Sachsen-Anhalt sagt: "Ein unglaublicher VorGang. Einerseits will die Bundesregierung die Finanzen des Gesundheitssystems stabilisieren und greift dafür den Beitragszahlern tief in die Tasche. Andererseits werden zur gleichen Zeit an die Leistungserbringer großzügige Geschenke verteilt." Ähnlich äußern sich die Vorstände der Techniker Krankenkasse und der IKK gesund plus, Jens Hennicke und Uwe Schröder.

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